Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
21.11.2006
Genf – Die Zahl der mit Aids infizierten Menschen ist in diesem Jahr um 10,9 Prozent auf 39,5 Millionen gestiegen. Vor allem in Ost- und Mittelasien sowie in Osteuropa ist die Immunschwächeseuche auf dem Vormarsch, wie das Anti-Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) am Dienstag in Genf mitteilte.
Den neuen Zahlen zufolge sterben in diesem Jahr 2,9 Millionen Menschen an HIV. Die Zahl der Todesopfer seit Bekanntwerden des ersten Falls im Jahr 1981 beträgt damit mehr als 25 Millionen. Zusammen mit Tuberkulose und Malaria gehört Aids zu den tödlichsten Krankheiten der Menschheitsgeschichte.
„In einem kurzen Vierteljahrhundert hat Aids unsere Welt einschneidend verändert“, erklärte UN-Generalsekretär Kofi Annan zur Vorlage des gemeinsamen Berichts von UNAIDS und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bei der Behandlung der Krankheit habe es in den vergangenen zehn Jahren aber Fortschritte gegeben. Der Zugang zu HIV-Medikamenten habe sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, heißt es in dem Bericht. Es bleibe aber nach wie vor viel zu tun, insbesondere bei Vorbeugemaßnahmen.
Hinsichtlich der regionalen Schwerpunkte der Seuche ist das Afrika südlich der Sahara mit 63 Prozent aller HIV-Infizierten – insgesamt 24,7 Millionen – am stärksten betroffen. 59 Prozent der infizierten Menschen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind Frauen. Das christliche Hilfswerk World Vision äußerte sich nach Veröffentlichung der neuen Zahlen besorgt über das Schicksal der Aids-Waisen. Allein in Sambia gebe es 1,2 Millionen Waisenkinder bei einer Bevölkerung von 11,7 Millionen.
In Ost- und Mittelasien sowie in Osteuropa leben heute aber 21 Prozent mehr Menschen, die den Virus in ihrem Blut tragen, als noch vor zwei Jahren. Als Gründe werden ungeschützter Sexualverkehr mit Prostituierten und zwischen Männern sowie die Verwendung verseuchter Injektionsnadeln durch Drogensüchtige genannt. Die Entwicklung der Infektionszahlen in Lateinamerika, der Karibik und Nordamerika wird hingegen als stabil bezeichnet.
(AP)
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