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Tierliebe Mehr Raum, Wasser und Geselligkeit für Nutztiere

DAPD

23.04.2008

Schwein gehabt, wenn sie in der Schweiz geboren sind. (Christine Braune/www.pixelio.de)
Schwein gehabt, wenn sie in der Schweiz geboren sind. (Christine Braune/Pixelio)

Bern – Die neue Tierschutzverordnung sichert auch Nutztieren mehr Bewegung, Wasser und Gesellschaft zu. Rinder und Schweine etwa sollen öfter Zugang zu Wasser haben, Schweine eventuell duschen können. Bei Pferden ist ihr Flucht- und Herdeninstinkt zu berücksichtigen, sie sollen frei laufen und sich riechen können.

Kühe, Mastmunis und Rinder brauchen einen sicheren Tritt, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) schreibt. Deshalb sind ab 2013 harte Vollspaltenböden verboten. Da Rinder viel Wasser brauchen – eine Milchkuh trinkt täglich über 100 Liter – gilt ab 2013 eine Wasserpflicht: Kälber müssen jederzeit Wasser, nicht nur Milch, trinken können. Milch enthält laut BVET zu viele Mineralien, um den Durst zu löschen. Rinder sollen zwei Mal täglich Wasser erhalten. Kälber müssen schon ab zwei Wochen Heu, Gras oder Silage bekommen, damit sich ihre Verdauungssysteme richtig entwickeln. Zudem sind Kälber in Gruppen zu halten. In Ställen sind Elektrobügel (Kuhtrainer) künftig verboten. Was fürs Rindvieh gilt, gilt ebenso für Yaks und Wasserbüffel.

Pferdehalter dürfen ihre Tiere ab 2013 nicht mehr stundenlang anbinden. Täglicher Auslauf oder Austritt ist vorgeschrieben. Wer mehr als fünf Pferde besitzt, muss eine Basisausbildung besuchen. Als Herdentiere müssen Pferde Riech- und Sichtkontakt zu anderen Pferden haben, Kühe und Ziegen können dabei laut BVET nicht als Ersatz für Artgenossen dienen. Fohlen müssen in Gruppen aufgezogen werden.

Gut leben sollen auch Schweine. Sie müssen ab 2013 immer Zugang zu Wasser haben und Beschäftigungsmaterial zum Spielen, damit sie sich nicht verhaltensgestört gegenseitig die Schwänze abnagen. Für bauliche Anpassungen bleibt Haltern bis 2013 Zeit. Da Schweine nicht schwitzen können, müssen in neuen Ställen Abkühlanlagen, etwa Duschen oder eine Bodenkühlung, eingebaut werden. Ab 2010 dürfen Ferkel nur noch schmerzlos kastriert werden. (AP)

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