Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
18.07.2005
Berlin - In Deutschland sterben mehr Menschen an den Folgen falsch verordneter Medikamente als im Straßenverkehr. Das erklärte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt der Berliner «BZ» (Sonntagausgabe) unter Berufung auf Experten. «Im Schnitt erfolgen sechs Prozent aller Krankenhauseinweisungen wegen Unverträglichkeit von Arzneimitteln. Je älter die Menschen sind, desto größer wird diese Gefahr.»
Zur Erhöhung der Patientensicherheit forderte die SPD-Politikerin die schnelle Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Mit Hilfe einer darauf gespeicherten Arzneimitteldokumentation könnten Arzt und Apotheker sehen, ob die verordneten Medikamente zueinander passten. «Das bringt mehr Sicherheit und spart Geld», sagte die Ministerin, die zugleich zur Eile drängte: «Bisher können bei uns die Menschen von Arzt zu Arzt gehen und sich nach immer neuen Untersuchungen immer neue Medikamente verschreiben lassen.
Durch Hausarztmodelle und eine elektronische Arzneimitteldokumentation mit der Patientenkarte wollen wir ab 2006 die Sicherheit für Patienten spürbar erhöhen. Schrittweise wollen wir damit alle 80 Millionen Versicherte und 300.000 Ärzte erreichen. Das rettet Menschenleben und senkt die Kosten.» (AP)
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