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Kindgerechter Familienalltag Mehr Zeit für Kinder gewünscht

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08.07.2008

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, 2. v. rechts, und Köchin Sarah Wiener, links, heute beim gemeinsamen Kochen im Hamburger Bahnhof in Berlin. Vorher stellt von der Leyen die Initiative "Für ein kindergerechtes Deutschland" vor. (AP Photo/Franka Bruns)
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, 2. v. rechts, und Köchin Sarah Wiener, links, heute beim gemeinsamen Kochen im Hamburger Bahnhof in Berlin. Vorher stellt von der Leyen die Initiative "Für ein kindergerechtes Deutschland" vor. (AP Photo/Franka Bruns)

Berlin – Die meisten Eltern hätten gern mehr Zeit für ihre Kinder, können sie aber im Alltag nur schwer herausschinden. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Dienstag vorstellte. Danach ist die Zeit mit den Kindern für 85 Prozent der Eltern sehr wichtig, für 15 Prozent wichtig. Doch zwei Drittel, unter den Berufstätigen sogar fast drei Viertel, hindert Zeitmangel daran, den Familienalltag kindgerechter zu gestalten und sich mehr mit den Kindern zu beschäftigen.

Von der Leyen rief dazu auf, die Zeittaktung im Alltag stärker auf die Bedürfnisse des Familienlebens auszurichten. Eltern brauchten Entlastung in der Organisation des Alltags, um verlässlich gemeinsame Zeit mit ihren Kindern zu haben. Die Zeitmuster der Arbeitswelt könnten trotz hoher Effizienzanforderungen kinderfreundlich gestaltet werden, erklärte die Ministerin bei einer Zwischenbilanz des „Nationalen Aktionsplans für ein kindgerechtes Deutschland 2005 – 2010“. Als Beispiel nannte sie die inzwischen 1.700 Firmen des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“.

Neben familienbewussten Arbeitsstrukturen sei auch eine flexible Betreuung erforderlich, in der Kinder früh gefördert würden und die es den Eltern ermögliche, ihrer Arbeit konzentriert nachzugehen. Der Ausbau unterstützender Dienstleistungen gebe Familien den Spielraum, bei zeitraubenden Alltagsaufgaben Entlastung zu finden und mehr Zeit mit ihren Kindern zu gewinnen.

Der Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Familienministeriums zufolge verbringt jedes fünfte Elternteil – zehn Prozent der Mütter und ein Drittel aller Väter – werktags weniger als zwei Stunden mit ihren Kindern. Über 40 Prozent der Familien finden nur an zwei Tagen in der Woche Zeit für ein gemeinsames Frühstück.

85 Prozent der Befragten gaben an, oft beziehungsweise sehr oft mit ihren Kindern gemeinsam zu kochen und zu essen. Allerdings kochen und essen 27 Prozent der Eltern mit einem Haushaltsnetteinkommen unter 1.500 Euro nur gelegentlich, selten oder nie mit ihren Kindern.

http://www.bmfsfj.de/

http://www.kindergerechtes-deutschland.de/ (AP)

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