Unternehmen – Mehrheit der ehemaligen VdC-Mitglieder macht weiter – DAPD
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Mehrheit der ehemaligen VdC-Mitglieder macht weiter

DAPD

03.07.2007

Berlin – Nach der Auflösung des Verbandes der Cigarettenindustrie (VdC) haben Vertreter der Tabakindustrie Vorwürfe gegen Marktführer Philip Morris erhoben. „Was Philip Morris macht, ist legitim, aber scheinheilig“, kritisierte Reemtsma-Sprecher Manuel Güll am Dienstag in Berlin die Firmenpolitik des Unternehmens. Morris hatte im Mai seinen Austritt aus dem VdC angekündigt, der sich daraufhin am Freitag auflöste. Die übrigen Mitglieder wollen bis Anfang 2008 eine neue Interessenvertretung gründen.

„Im wesentlichen sind es die gesetzlichen und auch wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die eine Fortführung des Verbandes in dieser Konstellation nicht ermöglichen“, erklärte Hagen von Wedel als Vertreter von Gallaher/JTI. Dies sei durch den Austritt von Philip Morris als stärkstem Mitglied ausgelöst worden, „denn das Ganze muss ja auch finanziert werden“.

Eine Fortführung sei nicht möglich gewesen „ohne dass der Verband Schaden genommen hätte“ und eine vernünftige Lösung für die Mitarbeiter gefunden worden wäre, sagte von Wedel. Weitere Details nannte er nicht.

Die anderen Firmen – die nach eigenen Angaben 60 Prozent der Zigarettenindustrie präsentieren – hätten sich nach intensiven Gesprächen dazu entschlossen, den Verband aufzulösen und spätestens bis Anfang nächsten Jahres eine neue Interessenvertretung zu gründen, sagte von Wedel. Wie diese Vertretung aufgebaut werde, müsse noch überlegt werden. Ihr würden dann den Angaben zufolge British American Tobacco, Reemtsma, Gallaher Deutschland GmbH/JT International Germany GmbH, Tabak- und Cigarettenfabrik Heintz van Landewyck GmbH und die Joh. Wilh. von Eicken GmbH mit Sitz in Lübeck angehören, die bisher neben Philip Morris den VdC ausmachten.

Erleichterung über Ausstieg von Philip Morris

Insgesamt zeigten sich die Firmenvertreter erleichtert über den Ausstieg von Philip Morris. Das Unternehmen habe sich stets auf die Marke „Marlboro“ konzentriert, sagte Firmenchef Johann Wilhelm von Eicken. Alles was darunter komme, sei dem Unternehmen lästig. „Deshalb muss fokussiert werden auf die Topmarke“, sagte von Eicken. Das sei auch verständlich, aber dieses Interesse sei eben nicht immer mit denen der anderen VdC-Mitglieder deckungsgleich gewesen.

Philip Morris hatte Mitte Mai seinen Austritt unter anderem damit begründet, die Mitgliedsunternehmen des VdC würden „unterschiedliche Meinungen in wichtigen Fragen unserer Industrie“ vertreten.

Auch ohne Philip Morris soll einer zu VdC-Zeiten erstellter, aber nicht mehr unterzeichneter Forderungskatalog an die Politik weiter verfolgt werden, hieß es. Darin fordern die Unternehmen unter anderem eine Begrenzung der Freimengen, stärkere Einfuhrkontrollen, grenzüberschreitende Kooperationen und eine engere Vernetzung von Staat und Industrie. (AP)

 

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