Aktuelle Nachrichten – China - Menschenrechte
04.06.2008
Peking – Menschenrechtler haben China am 19. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens zur Freilassung der politischen Gefangenen aufgefordert. 130 Menschen sitzen wegen der Beteiligung an den Studentenprotesten immer noch im Gefängnis, wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte. Die Regierung solle der Welt vor den Olympischen Spielen durch die Freilassung zeigen, dass sie sich um die Einhaltung der Menschenrechte bemühe, hieß es in der am Montag in New York veröffentlichten Erklärung.
Das Außenministerium in Peking machte keine Angaben dazu, wie viele der Demonstranten immer noch in Haft waren. Es gibt dazu keine offiziellen Statistiken. Am 3. und 4. Juni 1989 schickte die Regierung Panzer und Soldaten auf den Tiananmen-Platz im Herzen der Hauptstadt, der wochenlang von studentischen Anhängern der Demokratiebewegung besetzt gehalten worden war. Die genaue Zahl der Toten ist bis heute nicht bekannt.
Die chinesischen Behörden unterbinden Jahr für Jahr Veranstaltungen zur Erinnerung an das Massaker, bei dem Hunderte, wenn nicht Tausende ums Leben kamen. Lediglich in der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong finden traditionell Mahnwachen statt. Am Sonntag kamen dort rund 600 Menschen zu einem stillen Gedenkmarsch zusammen. Der Tiananmen-Platz wird auch bei den Zeremonien der Olympischen Spiele eine große Rolle spielen. (AP)
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