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Berlin Menschenrechtsgruppen zeigen srilankischen Vize-Botschafter wegen Kriegsverbrechen an

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04.08.2011

Bern – Eine deutsche und eine schweizerische Menschenrechtsorganisation haben zweieinhalb Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka Strafanzeige gegen einen in Deutschland und der Schweiz akkreditierten srilankischen Diplomaten erstattet. Der ehemalige Generalmajor soll für schwere Kriegsverbrechen verantwortlich sei.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Schweizerische Gesellschaft für Völkerstrafrecht (TRIAL) stellten laut einem Bericht der schweizerischen Nachrichtenagentur sda am Donnerstag bei der Bundesanwaltschaft in Bern Strafanzeige gegen den Diplomaten.

Der Mann ist Vize-Botschafter von Sri Lanka in Deutschland und seit Anfang 2010 auch in der Schweiz in dieser Funktion akkreditiert. Er habe während der Schlussphase des Bürgerkrieges in Sri Lanka Ende 2008 und Anfang 2009 als Generalmajor die 57. Division der srilankischen Streitkräfte befehligt, schreiben die GfbV und TRIAL in einer Mitteilung.

Diese sei für Angriffe auf Zivilpersonen, Krankenhäuser, humanitäre Helfer, darunter UN-Mitarbeiter, sowie religiöse Stätten auch in von der Regierung ausgewiesenen Schutzzonen verantwortlich gewesen, sagte GfbV-Geschäftsführer Christoph Wiedmer.

Als Diplomat genießt der ehemalige Kommandeur Immunität und kann nicht strafrechtlich verfolgt werden. Die Menschenrechtsaktivisten fordern deshalb, dass die Schweiz ihn zur "unerwünschten Person" erklärt. Damit verlöre der ehemalige Offizier seine Immunität und könnte bei einer Einreise in die Schweiz verhaftet werden.

(dapd)

 

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