Aktuelle Nachrichten – Deutschland
16.08.2012
Foto: dapd/Oliver Lang
Ottawa – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht in der Euro-Krise weiter Druck für härtere Kontrollmöglichkeiten der EU-Kommission. Sie hätte sich bereits beim Fiskalpakt "stärkere Durchgriffsmöglichkeiten" gewünscht, sagte Merkel am Donnerstag in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Die EU-Kommission müsse bei strauchelnden Staaten direkt in das Budget eingreifen können, sagte die Kanzlerin.
"Ein Teil der Euro-Probleme liegt daran, das unsere Glaubwürdigkeit gelitten hat. Wir haben uns schon oft etwas vorgenommen und es nicht durchgesetzt", kritisierte die CDU-Vorsitzende. Glaubwürdigkeit sei jedoch das höchste Gut zur Gewinnung von Investoren. Europa sei auf einem guten Weg, "aber die Zeit drängt, das ist uns sehr bewusst", fügte sie hinzu.
Merkel machte weiter deutlich, dass sie sich mit Nachdruck für einen schnellen Abschluss des Freihandelsabkommens CETA zwischen der EU und Kanada einsetzen werde. Dies sei auch ein wichtiges Signal für die Weltwirtschaft.
Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper attestierte Merkel eine klare Führungsstärke in der Euro-Krise. Er verzichtete bei der gemeinsamen Begegnung mit der Presse auf Forderungen, die Europäer sollten sich in der Euro-Krise noch stärker engagieren und mehr Geld bereitstellen. Stattdessen lobte er Merkel dafür, in der Krise nicht auf die erstbeste Lösung zurückzugreifen, sondern nachhaltig auf den Abbau der Verschuldung und mehr Wachstum zu setzen. "Wir wissen diese Führungskraft der deutschen Kanzlerin sehr zu schätzen", sagte er. dapd
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