Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für einheitliche Bildungsstandards an deutschen Schulen ausgesprochen. „Wenn dies an bestimmten Stellen dazu führt, dass man zum Beispiel Zentralprüfung in Mathematik auch einheitlich macht zum Abitur, dann wird der Bildungsföderalismus in Deutschland daran nicht zu Grunde gehen“, sagte Merkel am Dienstag auf einer BDI-Mittelstandstagung in Berlin. Sie unterstütze Ministerin Annette Schavan, die ganz entschieden einheitliche Bildungsstandards einfordere.
Merkel sprach sich dafür aus, bundesweit für Einwandererkinder bei der Einschulung Sprachtests einzuführen. So könne sichergestellt werden, dass die Kinder die Lehrer verstehen. Dies sei die notwendige Voraussetzung dafür, dass später einmal gut ausgebildete junge Leute aus ihnen würden, „die wir dringendst brauchen“. „Das ist ein Paradigmenwechsel in dem Umgang mit Migrantenkindern in unserem Land. Jahrelang haben wir von Gastarbeitern gesprochen, inzwischen sind sie Teil unserer Gesellschaft“, sagte die Kanzlerin.
Sie verwies darauf, dass mittlerweile 50 Prozent der Kinder, die in Großstädten eingeschult werden, einen Migrationshintergrund hätten. Daran sei abzulesen, welche Brisanz im Thema Integration liege. Wenn diese Kinder in zehn Jahren nicht alle Standards erfüllen, um ausgebildet zu werden, „dann haben wir etwas versäumt“. Merkel betonte, Integration beginne bereits im Kindergarten, bei der frühkindlichen Ausbildung. (AP)
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