China News - Politik – Merkel schließt ersten Besuch in China ab – Thomas Rietig
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – China - Politik

Merkel schließt ersten Besuch in China ab

Thomas Rietig

23.05.2006

Schanghai - Mit einer Fahrt in der Magnetschwebebahn von Schanghai hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag ihren ersten offiziellen China-Besuch beendet. Die Regierungschefin fuhr mit 430 Kilometern in der Stunde zum Flughafen; die Transrapid-Strecke soll bis 2010 von derzeit rund 30 auf 170 Kilometer verlängert werden. Vor ihrer Rückkehr nach Berlin war noch ein Zwischenstopp in der kasachischen Stadt Almaty geplant.

Vor der deutschen Handelskammer in Schanghai sprach sich Merkel noch einmal deutlich zum Kampf gegen die Produktpiraterie aus. Deutschland werde «hart und klar» dagegen vorgehen, sagte die Kanzlerin. Vor rund 600 deutschen Managern erklärte Merkel, die deutsche Delegation habe während ihrer Gespräche in China immer wieder den Schutz des geistigen Eigentums angesprochen. Sie werde dies auch im nächsten Jahr zum Gegenstand des G-8-Gipfels machen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sagte am Montag zu, das geistige Eigentum künftig besser zu schützen. Er räumte die Probleme beim Ideen- und Patentschutz ein und sagte, China wolle juristische Voraussetzungen schaffen, um besser gegen Diebstahl vorgehen zu können.

Dem ZDF-Morgenmagazin sagte Merkel am Dienstag, die chinesische Wirtschaft habe Wachstumsraten, «von denen wir nur träumen». Da die chinesischen Unternehmen künftig verstärkt eigene Technologien entwickeln wollten, müsse sich die deutsche Wirtschaft auf einen zunehmenden Wettbewerb und harte Verhandlungen einrichten.

Merkel traf am Dienstag noch zu einer Unterredung mit dem katholischen Bischof Aloysius Jin zusammen, der bis 1982 insgesamt 27 Jahre im Gefängnis war. Der 90-Jährige führte Merkel durch die Sankt-Ignatius-Kathedrale. Der Bischof, der vor dem Zweiten Weltkrieg in Köln und Innsbruck Deutsch gelernt hatte, sprach mit der Kanzlerin unter anderem über seine Haft wegen «Volksaufhetzung im Auftrag des Vatikans».

Jin ist Bischof der Chinesischen Patriotischen Katholischen Vereinigung, der staatlich anerkannten katholischen Kirche. Seine Bischofsweihe wurde vom Vatikan nicht offiziell anerkannt, laut Jin wird sie aber vom Papst toleriert. In China gibt es ungefähr fünf Millionen Katholiken, die sich zu der staatlichen Kirche gehörig fühlen, sowie eine unbekannte Zahl von katholischen Christen im Untergrund. Jin, der auch schon vom früheren US-Präsidenten Bill Clinton und von Altbundespräsident Roman Herzog besucht wurde, vertritt den Standpunkt, ein Arrangement mit dem Staat sei nötig, um den Katholiken die Ausübung ihres Glaubens zu ermöglichen.

Zu Beginn ihres Aufenthalts in Schanghai machte sich Merkel im Stadtplanungsbüro ein Bild von den Problemen der 20-Millionen-Metropole. In der Region Schanghai leben rund 8.000 Deutsche, deutsche Firmen unterhalten hier rund 800 Repräsentanzen.

(AP)

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige
Werbung