Johannesburg – Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf ihrer Afrikareise am Samstag mit dem früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela zusammengetroffen. Merkel sprach anschließend von einem „sehr bewegenden Moment“. Sie zeigte sich tief beeindruckt von der Persönlichkeit Mandelas, dem Symbol für die Überwindung der Apartheid in seinem Land. Später reiste Merkel von Johannesburg weiter nach Kapstadt, wo sie ein deutsch-afrikanisches Umweltprojekt besuchte und vor den Folgen des Klimawandels warnte.
Mandela habe eine große Botschaft, sagte Merkel: „Wir brauchen Frieden auf der Welt, und insbesondere die Konflikte in Afrika müssen friedlich gelöst werden.“ Mandelas Beispiel habe gezeigt, dass Gewaltlosigkeit am Ende der bessere Weg sei. Diese Botschaft sollte sich die Welt zu Herzen nehmen, betonte die Kanzlerin. Der Friedensnobelpreisträger bekräftigte bei dem Treffen, dass Konflikte nur mit friedlichen Mitteln beigelegt werden könnten. Dabei verwies er etwa auf Syrien, den Sudan und Somalia, wie aus Delegationskreisen verlautete.
Merkel traf Mandela im Haus der nach ihm benannten Stiftung in Johannesburg. Der 89-Jährige wirklich schwächlich, ging am Stock und wurde dabei von seiner Frau Graca Machel gestützt. Beim Fototermin mit Merkel scherzte er mit den beide Politiker umringenden Journalisten, gab aber keine offizielle Erklärung ab.
Merkel reiste anschließend nach Kapstadt weiter. Dort besuchte sie das Umweltprojekt „Biota“, das die Artenvielfalt in Afrika erforscht und von Deutschland finanziell gefördert wird. „Man sieht, dass hier der Klimawandel schon Realität ist“, sagte Merkel am Kap der Guten Hoffnung. Die Veränderungen seien in Südafrika bereits spürbarer als in Deutschland. Die CDU-Vorsitzende rief dazu auf, beim Klimaschutz tätig zu werden: „Wenn ein Temperaturanstieg um sieben Grad in Südafrika erfolgt, dann ist es zu spät.“
Außerdem wollte die Kanzlerin in Kapstadt ein Aids-Projekt besuchen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie Kommunalpolitiker treffen, darunter die Kapstädter Bürgermeisterin Helen Zille. Die Großnichte des Berliner Zeichners und Schriftstellers Heinrich Zille ist Vorsitzende der Demokratischen Allianz. Diese von Weißen dominierte liberale Partei hat in Kapstadt ihre Hochburg. Im nationalen Parlament steht sie in Opposition zum Afrikanischen Nationalkongress (ANC) von Präsident Thabo Mbeki.
Letzteren traf Merkel am Freitag und erörterte mit ihm unter anderem auch die angespannte Lage in Simbabwe. Die Kanzlerin bezeichnete diese als desaströs, was ihr herbe Kritik der simbabwischen Regierung eintrug. Es stehe Deutschland nicht zu, ein solches Urteil über ein afrikanisches Land zu fällen, erklärte Informationsminister George Charamba laut einem Bericht der staatlichen Zeitung „Herald“.
Das in Harare erscheinende Blatt hatte zudem Spott dafür übrig, dass Merkel bei ihrem Gespräch mit Mbeki offenbar Bereitschaft zeigte, gewisse Fortschritte der südafrikanischen Vermittlungsbemühungen im Nachbarland anzuerkennen. Man habe von Merkel eine weitaus härtere Linie erwartet, hieß es, aber nach dem Treffen mit Mbeki habe sie „von einem anderen Notenblatt abgesungen“.
Die Kanzlerin reist am (morgigen) Sonntag weiter nach Liberia. (AP)
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