Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Franz Müntefering Respekt für seine Rücktrittsentscheidung gezollt. In einer kurzen Stellungnahme sagte sie am Dienstagabend in Berlin, die Entscheidung zeige, „dass es Situationen im Leben gibt, die deutlich machen, dass es Wichtigeres gibt als die Politik“. Müntefering hatte seinen Schritt mit der schweren Krankheit seiner Frau begründet.
Merkel bedauerte, dass „wir unsere Zusammenarbeit nicht fortsetzen können“. Sie habe stets mit Müntefering „ausgezeichnet und vertrauensvoll“ zusammengearbeitet, „auch wenn wir nicht einer Meinung waren, wie zuletzt beim Post-Mindestlohn“. Sie hätten beide die Bedeutung und die Aufgabe der großen Koalition gleichermaßen eingeschätzt und seien der Überzeugung, „dass Deutschland tiefgreifende Reformen braucht“.
Die Regierungschefin versicherte, mit Olaf Scholz als Nachfolger Münteferings im Amt des Arbeitsministers und Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Amt des Vizekanzlers „gut zusammenarbeiten“ zu wollen. Sie sprach Müntefering zum Abschluss ihrer Stellungnahme ein „herzliches Dankeschön“ aus. (AP)
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