Konjunktur – Metall-Tarifgespräche ergebnislos vertagt – DAPD
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Metall-Tarifgespräche ergebnislos vertagt

DAPD

14.03.2007

Die Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Jan Stefan Roell, links, und der IG Metall, Jörg Hofmann. (AP Photo/Thomas Kienzle)
Die Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Jan Stefan Roell, links, und der IG Metall, Jörg Hofmann. (AP Photo/Thomas Kienzle)

Sindelfingen – Ohne Annäherung sind am Mittwoch die Tarifverhandlungen für die Metallbeschäftigten in den Bezirken Baden-Württemberg, Mitte und Küste vertagt worden. Der Verhandlungsführer des regionalen Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Jan Stefan Roell wies in Sindelfingen bei Stuttgart die Gewerkschaftsforderung nach 6,5 Prozent mehr Geld zurück. Sie werde der Branche nicht gerecht. Ein unangemessenes hohes Tarifergebnis wäre unverträglich für Konjunktur und Beschäftigung.

Der IG-Metall-Bezirksleiter von Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, sagte: „Was nicht in die Landschaft passt, ist das ritualisierte Gejammer der Arbeitgeber.“ Die Arbeitgeber im Südwesten wollen für die rund 800.000 Beschäftigten in der zweiten Runde am 27. März ein Angebot vorlegen. Roell sagte, man werde einen „überzeugenden Lösungsvorschlag“ vorlegen. Er sprach sich erneut für eine moderate Lohnerhöhung aus sowie für einen Konjunkturbonus. Hofmann sagte: „Ich habe nichts gegen einen Konjunkturzuschlag. Aber er muss schon dauerhaft tabellenwirksam sein.“

Nach kurzer Dauer wurden auch die Gespräche in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf den 30. März vertagt. Die Arbeitgeber seien nach Jahren des Arbeitsplatzabbaus wieder bereit, in den Standort Deutschland zu investieren, sagte der Verhandlungsführer der Unternehmer, Eduard Kulenkamp. Die Gewerkschaft sei gut beraten, wenn sie diese Bereitschaft nicht leichtfertig verspiele. In den drei Bundesländern sind nach Gewerkschaftsangaben 410.000 Metaller beschäftigt.

Die Tarifrunde für die mehr als 150.000 Beschäftigten in Norddeutschland wurden auf 28. März vertagt. „Die Metall- und Elektroindustrie boomt. Das ist ein Erfolg der Beschäftigten, dementsprechend haben sie auch ein Anrecht auf eine kräftigere Erhöhung ihrer Entgelte“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, in Bremen. Die Gespräche betreffen die Beschäftigten in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem nordwestlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Peters kritisiert Einmalzahlung

IG-Metall-Chef Jürgen Peters bekräftigte mit Verweis auf die Konjunktur: „Wir müssen einen angemessenen Anteil fordern, keine Brosamen. Die Leute wollen spürbar an diesem Aufschwung teilnehmen. Und nicht nur von immer höheren Vorstandsgehältern hören“, sagte Peters der „Neuen Presse“ in Hannover.

Den Arbeitgebern warf Peters vor, sie wollten die Einmalzahlung zum System erheben und „die Nachhaltigkeit einer Tariferhöhung damit abschwächen“. Diesen Weg würden die Gewerkschaften nicht mitgehen. Der Politik der Lohnzurückhaltung erteilte er eine grundsätzliche Absage: „Die so genannten Wirtschaftsexperten kommen stets mit der gleichen Leier: Niedrige Lohnabschlüsse sollen zu mehr Beschäftigung und mehr Wohlstand führen.“ Tatsache sei, dass es in der Vergangenheit in solchen Phasen weiteren Beschäftigungsabbau gab. Den Leuten sei es nicht besser gegangen, sondern schlechter. „Warum sollten wir solchen Meinungsmachern auf den Leim gehen, wenn unsere Erfahrungen doch das Gegenteil bestätigen,“ wurde Peters zitiert. (AP)

 

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