Unternehmen – Metall-Unternehmen leihen sich gegenseitig Arbeiter aus – DAPD
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Unkomplizierter Personalaustausch Metall-Unternehmen leihen sich gegenseitig Arbeiter aus

DAPD

16.12.2009

Essen (APD) Im Kampf gegen Massenentlassungen gehen Metall- und Elektroindustrie im Ruhrgebiet neue Wege. Ab sofort können rund 350 Firmen in der Region Mitarbeiter untereinander ausleihen und so flexibel auf ihre jeweilige Auftragslage reagieren. Die IG Metall und Arbeitgeber Ruhr unterzeichneten am Mittwoch den nach eigenen Angaben bundesweit ersten „Krisen-Tarifvertrag“ dieser Art. Die gegenseitige Hilfestellung sei eine sozialverträgliche Alternative zu Kurzarbeit und Entlassungen, erklärten Gewerkschaft und Arbeitgeber.

Das Prinzip ist einfach: Wer zu wenig Aufträge hat, kann Beschäftigte einem Unternehmen anbieten, in dem Arbeit anfällt. Zahlreiche Stellen könnten auf diese Weise durch die Wirtschaftsflaute gerettet werden, erklärte die Gewerkschaft. „Wir machen einen unkomplizierten Personalaustausch zwischen Unternehmen derselben Branche möglich“, sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter, Oliver Burkhard. Zugleich sei die Kooperation auch ein wirksames Mittel gegen Fachkräftemangel. Eine Überlassung zur gemeinsamen Qualifizierung oder Weiterbildung ist den Angaben zufolge ebenfalls möglich.

Keine Einbrüche bei der Bezahlung

Einbußen bei der Bezahlung müssen die ausgeliehenen Beschäftigten den Angaben zufolge nicht fürchten. Die Bezahlung übernimmt nach wie vor der Stammbetrieb. Arbeitnehmer, die ein zusätzliches Leistungsentgelt bekommen haben, sollen dies als durchschnittliche Pauschalzahlung auf Grundlage der letzten sechs Monate weiter erhalten.

Nach Informationen der „WAZ“ können die Beschäftigten allerdings auch gegen ihren Willen von ihrem Arbeitgeber verliehen werden. Nur wer mindestens 55 Jahre alt oder seit 25 Jahren im Betrieb sei, könne sich weigern, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen, schrieb das Blatt. Theoretisch können die Mitarbeiter in der gesamten Region Ruhrgebiet, also von Wesel bis nach Unna oder von Haltern bis nach Hattingen geschickt werden. Der Vertrag soll rückwirkend ab November und unbefristet gelten. (AP)

 

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