Unternehmen – Metro-Chef hält Rettung von Karstadt auch ohne Insolvenz für möglich – DAPD
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Der Vier-Stufen-Plan Metro-Chef hält Rettung von Karstadt auch ohne Insolvenz für möglich

DAPD

06.06.2009

Ein Kunde steht am Samstag mit einer Karstadt Tüte vor einer Kaufhof Filiale in der Innenstadt von Hamburg. Die finanzielle Lage beim schwer angeschlagenen Handelskonzern Arcandor spitzt sich offenbar immer weiter zu. Nach Medienberichten stellte das Unternehmen die Mietzahlungen für seine Karstadt-Filialen am Freitag ein. (AP Photo/Fabian Bimmer)
Ein Kunde steht am Samstag mit einer Karstadt Tüte vor einer Kaufhof Filiale in der Innenstadt von Hamburg. Die finanzielle Lage beim schwer angeschlagenen Handelskonzern Arcandor spitzt sich offenbar immer weiter zu. Nach Medienberichten stellte das Unternehmen die Mietzahlungen für seine Karstadt-Filialen am Freitag ein. (AP Photo/Fabian Bimmer)

Berlin – Metro-Chef Eckhard Cordes hält eine Rettung des schwer angeschlagenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor auch ohne vorherige Insolvenz für möglich. Der „Bild am Sonntag“ sagte er: „Wir glauben immer noch, dass es eine privatwirtschaftliche Lösung für die Karstadt-Warenhäuser auch ohne Insolvenz geben kann.“

Voraussetzung dafür sei, „dass alle Beteiligten die entsprechenden Beiträge auf freiwilliger Basis leisten“. Cordes hält es für möglich, den zu Metro gehörenden Kaufhof mit Karstadt in zwei Monaten zu einer Warenhaus-Kette zu verschmelzen.

„Wir haben der Politik und Karstadt einen zügigen Vier-Stufen-Fahrplan zur Rettung angeboten.“ Dazu gehöre die Vereinbarung ziel- und sachorientierter Verhandlungen. Zweitens: „Ab sofort könnte ein sogenannter Datenraum errichtet werden, in dem alle betriebswirtschaftlich relevanten Daten zur Situation der Karstadt-Häuser transparent und zugänglich gemacht würden.“ Dritte Stufe sei eine Analyse der Daten, und „Festlegung der Standorte mit einer wirtschaftlichen Perspektive“. An vierter Stelle stünden „Verhandlungen mit Vermietern und Serviceleistern über deren Beiträge zu einer Wachstumsperspektive einer neuen Warenhaus AG“, wurde Cordes weiter zitiert.

Harte Kritik an Arcandor-Management

Nach Errichtung des Datenraums „könnten wir – wenn alle mitziehen – in etwa zwei Monaten eine Lösung zur Rettung der Karstadt-Häuser und zur Bildung einer Warenhaus AG erzielen“. Für die Zeit bis dahin hält Cordes eine Notüberbrückung für gerechtfertigt, damit Karstadt verhandlungsfähig ist. Doch sieht er dabei zunächst die Eigentümer in der Pflicht und erst dann die öffentliche Hand.

Harte Kritik äußerte der Metro-Chef am Verhalten des Arcandor-Managements, dessen Verhalten das Risiko der Insolvenz erhöhe. „Jeder Tag, an dem seitens Arcandor mit anderen Optionen gespielt wird und immer wieder neue Optionen für Staatsgelder ins Spiel gebracht werden, ist ein verlorener Tag für konkrete Verhandlungen. Ausgerechnet diejenigen, die uns immer vorgeworfen haben, wir spielten mit der Insolvenz, tragen mit ihrem Verhalten zu einer solchen Entwicklung bei.“

Ein Krisengipfel zur Rettung von Arcandor war am Freitag in Berlin ohne Ergebnis geblieben. Über das Wochenende sollen aber die Beratungen fortgesetzt werden. Das Unternehmen hat bei der Bundesregierung eine Rettungsbeihilfe in Höhe von 437 Millionen Euro beantragt. (AP)

 

 

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