Unternehmen – Metro gegen Staatshilfen für Wettbewerber – DAPD
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Handelskonzern Metro Metro gegen Staatshilfen für Wettbewerber

DAPD

13.05.2009

Die finanziell gesunde Metro hofft  darauf, in der Krise von den Schwierigkeiten der Konkurrenten profitieren zu können. (AP Photo/Robert Pfeil)
Die finanziell gesunde Metro hofft darauf, in der Krise von den Schwierigkeiten der Konkurrenten profitieren zu können. (AP Photo/Robert Pfeil)

Düsseldorf – Deutschlands größter Handelskonzern Metro lehnt staatliche Hilfen für den ums Überleben kämpfenden Konkurrenten Arcandor ab. Eine derartige staatliche Intervention zugunsten von Wettbewerbern benachteilige die Metro und sei ordnungspolitisch außerordentlich fragwürdig, erklärte Konzernchef Eckhard Cordes am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Handelsriesen in Essen.

Der ums Überlebende kämpfende Essener Touristik- und Handelskonzern Arcandor hatte zuvor angekündigt, schon in Kürze Staatsbürgschaften für dringend benötigte Kredite beantragen zu wollen. Das rote Zahlen schreibende Unternehmen benötigt nach eigenen Angaben für die Weiterführung der Geschäfte insgesamt mehr als 1,8 Milliarden Euro an Krediten. Doch gestalten sich die Verhandlungen mit den Banken angesichts der Konjunkturkrise bislang schwierig.

Die finanziell gesunde Metro hofft dagegen darauf, in der Krise von den Schwierigkeiten der Konkurrenten profitieren und die eigene Marktposition ausbauen zu können. Der weltweite Wirtschaftseinbruch werde unweigerlich zu Marktbereinigungen führen, sagte Cordes. „Nicht alle Unternehmen werden diese Krise überstehen.“ Doch die Metro werde als Gewinner daraus hervorgehen.

Media Markt und Saturn sollen weltweit auf Platz

„Wir sind zuversichtlich, dass wir als Erste wieder klare Sicht haben und gestärkt unseren Kurs fortsetzen“, sagte Cordes. Wachstumspotenzial sieht der Manager vor allem bei den Metro-Großmärkten und den Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn.

„Unsere SB-Großmärkte werden ihre Marktposition konsequent ausbauen und das umso schneller, je früher Wettbewerber aus dem Markt scheiden, insbesondere in Osteuropa und Asien“, betonte Cordes. Allein in China könne sich der Konzern ein Filialnetz von bis zu 100 Metro-Großmarkten vorstellen.

Doch auch für Media Markt und Saturn hat Cordes große Pläne: „Sie sollen weltweit die Nummer eins werden“, versprach der Manager den Aktionären. Zusätzliche Wachstumsimpulse soll dabei das Internet bringen. Schon bald werde das komplette Warenangebot der Elektrofachmärkte vom Rechner aus zu bestellen sein, sagte Cordes und räumte gleichzeitig ein: „In der Vergangenheit waren wir diesbezüglich etwas zu zögerlich.“

Nur Windstärke sieben bei der Metro

Doch nun soll die Verbindung von Online-Handel und stationären Märkten zum Pluspunkt für die Metro-Töchter werden. Denn der Kunde könne im Internet einkaufen, doch stehe ihm gleichzeitig der stationäre Markt als Anlaufpunkt in Servicefragen zur Verfügung. „Diesen Service kann ein reiner Onlinehändler nicht bieten“, meinte der Metro-Chef.

Cordes bezeichnete die vor dem Unternehmen liegenden Aufgaben zwar als herausfordernd, aber letztlich beherrschbar. „Während die Krise – einem Hurrikan gleich – viele Branchen grundlegend durcheinanderwirbelt, haben wir es eher mit einem Sturm der Windstärke sieben zu tun: Spürbar, aber nicht lebensbedrohlich.“ Das für den Handel wichtige Ostergeschäft sei sogar leicht besser verlaufen als im Vorjahr. „Wir sind weiter auf Kurs – und das trotz der Krise“, meinte der Manager. (AP)

 

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