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10.01.2012
Foto: Hermann J. Knippertz/AP Photo
Essen/Herne – Michelle Müntefering zieht es in den Bundestag. Die 31-jährige Frau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering wolle bei der nächsten Bundestagswahl für die Sozialdemokraten im Wahlkreis 142 Herne/Bochum II antreten, bestätigte ein Parteisprecher am Dienstag einen Bericht der WAZ-Mediengruppe. Ob der 71 Jahre alte Franz Müntefering erneut antritt, ist ungewiss.
"Ich bin seit zehn Jahren in der Kommunalpolitik und traue mir den Sprung in den Bundestag jetzt zu", sagte Michelle Müntefering laut Vorabbericht der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe). "Mein Ziel ist es, mich in Berlin insbesondere für die Kommunen einzusetzen. Politik fasziniert mich und ich finde es wichtig, dass auch junge Menschen im Bundestag politisch gestalten", sagte die SPD-Politikerin.
Franz Müntefering hatte die Hernerin Michelle Schumann Ende 2009 geheiratet. Der frühere SPD-Chef lebt mit seiner Frau im Ruhrgebiet und in Berlin. 2004 war Schumann in den Vorstand der NRW-SPD gewählt worden. In einem Interview sagte sie damals, "besonders jüngere Ruhrgebietsbewohner" sollten sich "wieder stärker in die Politik einmischen". Sie absolvierte die "Führungsakademie" der SPD.
Zunächst muss sich die stellvertretende Herner Unterbezirks-Chefin Michelle Müntefering nun gegen zumindest eine innerparteiliche Konkurrentin durchsetzen. Auch die Herner Stadtverordnete Anke Hildenbrand warf bereits ihren Hut in den Ring. Die Entscheidung, wer sich um das als sicher geltende Direktmandat in der SPD-Hochburg bewerben darf, fällt die SPD voraussichtlich am 17. September.
In der NRW-SPD stieß Michelle Münteferings Bewerbung auf positive Reaktionen. "Es ist eine vernünftige und logische Entscheidung. Sie leistet seit Jahren gute Arbeit", sagte der Dortmunder SPD-Vorsitzende Franz-Josef Drabig.
Aus Parteikreisen verlautete, mit einer erneuten Kandidatur Franz Münteferings werde nicht mehr gerechnet. "Er hat ja ohnehin den Status eines Helmut Schmidt der NRW-SPD. Da braucht er kein Mandat mehr", sagte ein Mitglied des Landesvorstands.
Der frühere NRW-SPD-Chef Franz Müntefering war bei der letzten Bundestagswahl 2009 ohne Wahlkreis als Nummer Eins der sozialdemokratischen Landesliste ins Parlament eingezogen. Bei der nächsten turnusgemäßen Bundestagswahl 2013 wäre der frühere Bundesarbeitsminister 73 Jahre alt. Bislang hat der Sauerländer seine politische Zukunft offen gelassen.
Am Montag war bekannt geworden, dass die Frau von Altkanzler Gerhard Schröder, Doris Schröder-Köpf (beide SPD), Abgeordnete im niedersächsischen Landtag werden will.
(dapd)
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