Innovation – Mikrowindturbine quietrevolution qr5 – gefördert von der RWE – Sonja Flesch-Reiss
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Schneebesen am Haus Mikrowindturbine quietrevolution qr5 – gefördert von der RWE

Sonja Flesch-Reiss

17.11.2011

Vertikale Windturbinen in Aktion – wer hat schon mal einen Quirl gesehen?    Foto: quietrevolution
Vertikale Windturbinen in Aktion – wer hat schon mal einen Quirl gesehen?

Foto: quietrevolution

Für Selbstversorger ist es keine Frage, so ein eigenes Windrad im Garten ist ein Hit. Bereits in den 70ger Jahren gab es für Mutige Bücher wie „Windräder im Eigenbau" oder „Selbstversorgung in der Stadt". Schon damals war es eine Frage des Wollens und der Bereitschaft neue Wege zu gehen.

Heute ist das alles einfacher geworden und vergangene Woche wurde eine neue Windkraftanlage für das Gästehaus der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) eingeweiht, die alle Träume von damals in den Schatten stellt. Es handelt sich dabei um die Mikrowindturbine „quietrevolution qr5" des walisischen Cleantech-Startups quietrevolution, an dem auch RWE Innogy als Investor beteiligt ist und deren Produkte in Deutschland vertreibt. Sie soll zukünftig den Strombedarf für das so genannte Mielck-Haus, dem Gästehaus der Biologischen Anstalt Helgoland mit decken.

„Die qr5 ist durch die vertikalen Rotorblätter besonders leise und eignet sich sogar für den Betrieb in Wohngebieten", erläutert Heino Peters die Wahl der modernen Anlage, die in Deutschland noch selten zu sehen ist. Der Leiter der BAH-Haustechnik ergänzt: „Die Technik funktioniert bei turbulenten Winden effektiv. Wird der Wind verwirbelt, so kann er auch von unten die vertikalen Rotorblätter antreiben."

Die vertikalen Rotoren haben eine Länge von fünf Metern und drehen sich parallel zum Mast, der seinerseits 15 Meter hoch aufragt. Ob sich die Anlage auf Zugvögel auswirkt, wird von den Biologen der BAH in Kooperation mit dem Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland" untersucht. Falls erforderlich, kann sie bei bestimmten Wetterlagen während des Vogelzuges beleuchtet oder abgeschaltet werden. „Schließlich wollen wir nicht, dass die Nutzung regenerativer Energien zum Schutz des Klimas zu einer Belastung der Natur wird", erläutert Prof. Dr. Karen Wiltshire, Leiterin der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) in der Stiftung Alfred-Wegener-Institut. Zukünftig könne man sich vorstellen, Mikrowindturbinen auch an anderen Standorten des Alfred-Wegener-Instituts zu nutzen, wenn sich die Anlage unter den Einsatzbedingungen auf Helgoland bewährt.

Die leise Revolution der vertikalen Windturbinen

Die vertikalen Rotorblätter von „quietrevolution qr5" arbeiten besonders leise und stellen sicher, dass auch bei turbulenten Winden Strom erzeugt wird. Die Anschaffung der Anlage hat etwa 35.000 Euro gekostet und die Turbine konnte innerhalb weniger Tage errichtet werden. Die Anlage soll bis zu 7.500 Kilowattstunden pro Jahr bringen und damit einen Teil des Strombedarfs des Gästehauses decken. „quietrevolution qr5" ist den „Eggbeaters" - den Schneebesen - ähnlich, den Vertikal-Turbinen aus der Windenergieforschung des California Institute of Technology (Caltech).

Im letzte Jahr berichtete Epoch Times Deutschland vom „Durchbruch des Schneebesens", der vertikalen Windturbine genannt „Eggbeater", die mit nur zehn Metern Gesamthöhe bis zur zehnfache Windenergie-Ausbeute bei gleichem Flächenverbrauch ermöglicht im Vergleich zu den monströsen Windrädern der Energie-Konzerne mit enormem Landschaftsverbrauch und Lautstärke. Die ist möglich, wenn einfach nur die Platzierung der Mikroturbinen optimiert wird, so lauteten die Ergebnisse der speziellen Feldstudien von John Dabiri, Professor für Aeronautik und Bioengeneering am Caltech.

Erste deutsche Reaktionen waren ungläubige Skepsis und Abwiegeln. So sagte Stephan Barth, Geschäftsführer des Zentrums für Windenergieforschung ForWind gegenüber pressetext, er sei skeptisch, ob der Caltech-Ansatz für praktische Anwendungen wirklich optimal wäre.

Schneebesen am Mast

Schneller wie vermutet hat sich das Prinzip durchgesetzt, das Potential eines Eggbeater (Schneebesen), also einer vertikalen Mikroturbine setzt sich durch. Zwar zuerst einmal im Bereich zusätzlicher Energieversorgung wie auf Helgoland. Aber bereits im September meldete Epoch Times Deutschland, dass E-Plus und Nokia Siemens Networks eine autarke Mobilfunkstation entwickeln unter Einsatz von vertikalen Windturbinen. Das ZDF berichtete über die neuen Optionen in seinem beliebten Format ZDF umwelt. Das lässt aufhören.

Längst vor der Energiewende in Deutschland hatte RWE in diese Technik investiert, denn die Idee der Vertikal-Turbine ist ja nicht neu. Dass sich aber Großkonzerne langsam mit der Idee einer dezentralen Energieversorgung anfreunden, lässt hoffen. Es zeigt auch, dass ein Großkonzern darauf setzt, Innovation im Bereich erneuerbare Energien effizient zu fördern und dadurch die Ideenvielfalt, das Potential, von Startups und kleinen Unternehmen marktreif, durchsetzbar und bezahlbar zu machen. Das lässt auf Zukunft hoffen.

Die in Großbritannien beheimatete Cleantech-Firma quietrevolution informierte bereits im Mai 2011, dass RWE Innogy 30 qr5 Mikroturbinen geordert hat, die australische Maxim Renewables 18 Stück. Allein in diesem Jahr gingen insgesamt bereits 105 Aufträge ein. Auch für private Windnutzer ist der Preis attraktiv, schnelle Amortisation ist in Sichtweite. Wer den Wind als Energiequelle nutzen will, hat mit den neuen Kleinwindanlagen eine günstige Alternative. Jetzt ist es an der Zeit, über neue Finanzierungs-und Projektierungsmodelle nachzudenken.

 

Weitere Information: Produktspezifikation qr5

(http://www.rwe.com/web/cms/mediablob/de/477022/data/477012/2/rwe-innogy/technologien/neue-technologien/mikrowind/daten-fakten/Produktspezifikation.pdf)

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