Konjunktur – Milchbauern dringen weiter auf höhere Preise – DAPD
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Kosten der Milchproduktion Milchbauern dringen weiter auf höhere Preise

DAPD

28.07.2008

Eine Katze schleckt aus einem Napf im Milchkuhstall auf dem Zähringer-Hof im schwarzwälder Höllental. Am Vortag des Berliner Milch-Gipfels demonstrieren die Milchbauern im Land erneut für bessere Erzeugerpreise. (AP Photo/Winfried Rothermel)
Eine Katze schleckt aus einem Napf im Milchkuhstall auf dem Zähringer-Hof im schwarzwälder Höllental. Am Vortag des Berliner Milch-Gipfels demonstrieren die Milchbauern im Land erneut für bessere Erzeugerpreise. (AP Photo/Winfried Rothermel)

Berlin – Die Bauern dringen weiter auf höhere Milchpreise. Vor dem „Milchgipfel“ bei Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer am morgigen Dienstag verlangten sie Rahmenbedingungen, die ihnen eine Kappung der Produktion und damit höhere Preise ermöglicht. Vor den Landesagrarministerien unterstrichen am Montag Tausende Milchbauern ihre Forderung nach Sofortmaßnahmen. Eine Sprecherin Seehofers äußerte die Erwartung, dass das Spitzengespräch „positive Ergebnisse“ bringe.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) stellte am Montag das Ergebnis einer Umfrage unter 20.000 Milcherzeugern vor, das auch den Landesagrarministern übergeben wurde. Danach sprachen sich 90 Prozent der Verbandsmitglieder und 80 Prozent der Nichtmitglieder für Maßnahmen aus, die einen kostendeckenden Milchpreis von 43 Cent pro Liter ermöglichen. Das wären zehn Cent mehr als derzeit.

Die Kundgebungen wurden vor den Landesagrarministerien abgehalten, da entsprechende Maßnahmen im Bundesrat beschlossen werden müssen. Unter anderem zogen mehrere hundert Milchbauern in Stuttgart mit Traktoren und mehreren Kälbern vor das dortige Landwirtschaftsministerium.

Einige Länder wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen stehen den Forderungen ablehnend gegenüber, wie der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber der AP erläuterte. Andere seien unschlüssig.

Keine Milch mehr „verschenken“

Bei den Forderungen geht es unter anderem um die Anpassung des Umrechnungsfaktors von Litern, nach denen die Produktion bemessen wird, in Kilogramm, nach denen vergütet wird, an den europäischen Standard. Die Änderung würde laut Schaber allein dafür sorgen, dass ein Prozent weniger Milch auf den Markt kommt und „die Bauern ein Prozent weniger verschenken müssen“. Auch die Saldierung – die Verrechnung zwischen Betrieben, die die Quote über- und untererfüllenden – gehört laut BDM abgeschafft. Sie führt, wie Schaber sagte, ebenfalls zu einer Überproduktion, die auf den Milchpreis drücke.

Der Milchpreis selbst steht beim Gipfel nicht zur Debatte. Schaber betonte aber: „Wir wollen die Molkereien in die Lage versetzen, dass sie am Markt 43 Cent erwirtschaften können.“ Gefordert werde deshalb auch eine Umlage, damit die Produktionsmenge flexibel gesteuert werden könne.

Seehofer warnte vor neuem Lieferboykott

Die Sprecherin Seehofers wollte sich zu den Inhalten des Spitzengesprächs nicht äußern. Sie äußerte lediglich die Erwartung auf „konstruktive Gespräche“. Seehofer selbst hatte am Wochenende die Landwirte vor einem neuen Lieferboykott gewarnt. „Davon kann ich nur abraten“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“.

Der Deutsche Bauernverband erklärte bereits zuvor, der Milchlieferstopp im Juni habe deutlich gemacht, wie groß die Unzufriedenheit der Milchbauern mit den Marktverhältnissen sei. „Herausragendes Ziel“ des Gipfels müsse es daher sein, die Ertragslage und die Wettbewerbssituation der Milcherzeuger schnell zu verbessern. Der DBV forderte ebenfalls eine Überprüfung von Umrechnungsfaktor und Saldierung.

Verbandspräsident Gerd Sonnleitner forderte in der „Rheinpfalz am Sonntag“, dass damit Schluss sein müsse, „dass eine Vielzahl von Molkereien von wenigen marktbeherrschenden Handelsketten ausgespielt werden und der Milchpreis zu Lasten der Bauern permanent nach unten gedrückt wird“. Auch müsse es wie in der übrigen Wirtschaft möglich sein, „die in der Milchproduktion entstandenen Kosten weiterzugeben“. (AP)

 

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