Aktuelle Nachrichten Europa – Milchproduzenten sehen sich in ihrer Existenz bedroht – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Milchmarkt Milchproduzenten sehen sich in ihrer Existenz bedroht

DAPD

11.11.2008

Bern – Die Schweizer Milchproduzenten sehen sich durch die von der Milchindustrie angekündigte Senkung des Produzentenpreises von 20 Rappen pro Kilogramm in ihrer Existenz bedroht. Mit einem Fünf-Punkte-Programm will der Milchproduzentenverband, SMP,  selber für Stabilität auf dem Milchmarkt besorgt sein, wie er am Dienstag mitteilte.

Die angekündigte Senkung des Produzentenpreises und die Absichten der Milchindustrie, mit dem neu gegründeten Verein Schweizer Milch, VSM, den Milchmarkt künftig ausserhalb des Einflussbereichs der SMP zu regeln, seien inakzeptabel. Damit ziele die Industrie auf die SMP, treffe jedoch alle 27.000 Milchproduzenten in ihrer Existenz. 20 Rappen Preissenkung bedeuteten eine direkte Einkommensvernichtung von über 60 Prozent, weil kurz- und mittelfristig keine Möglichkeit zur Kostensenkung bestehe. Statt bescheidene 3.250 Franken Monatseinkommen zu erwirtschaften, sinke der durchschnittliche Arbeitsverdienst auf 1.250 Franken pro Monat beziehungsweise von 17 auf sechs Franken pro Stunde. Das werde von den Milchproduzenten als Diktat der Industrie empfunden, das die SMP aufs Schärfste zurückweise.

Die SMP weist darauf hin, dass seit über einem Jahr Vorschläge erarbeitet und nach Lösungen gesucht werde, wie auf privatrechtlicher Basis eine partnerschaftliche Milchmarktordnung erreicht werden könne. Die SMP halte weiter am entsprechenden Programm fest und setze alles daran, dieses umzusetzen. Die SMP will demnach mit einer Vorstandsdelegation Richtpreisgespräche mit den vier grossen Verarbeitern führen. Mit Massnahmen aus dem Milchstützungsfonds soll das aktuelle Überangebot abgefedert werden. Dazu wird der Delegiertenversammlung vom kommenden 19. November die Erhöhung der Abgabe in den Milchstützungsfonds von 0,5 auf einen Rappen pro Kilogramm ab 1. November 2008 beantragt. Die SMP will für das nächste Jahr einen Interventionsfonds äufnen, damit in Krisensituationen Butterüberschüsse abgebaut werden können. Sie beantragt der Delegiertenversammlung an Stelle des heutigen Beitrags für den Milchstützungsfonds, einen Rappen pro Kilogramm Milch in einen Interventionsfonds einzuzahlen. Die SMP will weiter, dass Mengen über der heutigen Basismenge bei schlechter Marktlage zu einem tieferen Preis verkauft werden können. Ob dies mit einer zusätzlichen Abgabe auf den Zusatzmengen oder einer Börse erfolge, sei zweitrangig. Erstrangig sei, dass damit das Preisniveau der Basismenge nicht unnötig unter Druck gerate.

Die SMP verlangt im weiteren von Alexander Briw, Milcheinkäufer der Migros-Tochter Elsa, als Präsident des neu gegründeten Vereins Schweizer Milch, sich für die Diffamierung der SMP zu entschuldigen und seine Aussagen über die bevorstehenden Preissenkungen zurückzunehmen. Von den Vorstandsmitgliedern jener SMP-Mitgliedsorganisationen, die dem Verein beigetreten seien, erwartet die SMP, dass sie sich von den Aussagen des Präsidenten distanzieren. Die SMP-Spitze lädt im weiteren die Unternehmensleiter von Emmi, Cremo, Hochdorf und Elsa ein, Vorgespräche für die Milchpreisverhandlungen und die dazu notwendigen Rahmenbedingungen wie vorgesehen und gewohnt gemeinsam abzusprechen. (AP)

 

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