Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Mindestens 20 Tote bei Selbstmordanschlägen in Pakistan – Asif Shahzad
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Mindestens 20 Tote bei Selbstmordanschlägen in Pakistan

Asif Shahzad

11.03.2008

Pakistanische Sicherheitsbeamten und Hilfsgruppen in Lahore, Pakistan.  (AP Photo/K.M. Chaudary)
Pakistanische Sicherheitsbeamten und Hilfsgruppen in Lahore, Pakistan. (AP Photo/K.M. Chaudary)

Lahore – Bei zwei Selbstmordanschlägen in der ostpakistanischen Stadt Lahore sind am Dienstag mindestens 20 Menschen getötet worden. Ein Sprengsatz zerstörte ein Polizeigebäude, ein zweiter explodierte etwa 15 Minuten später in einem Wohngebiet. Mehr als 150 Menschen erlitten Verletzungen.

Der Polizeichef von Lahore, Malik Mohammed Iqbal, erklärte, der Attentäter habe ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug auf den Parkplatz des Polizeigebäudes gefahren und dort zur Explosion gebracht. Mehrere Büros und Teile eines Treppenhauses wurden zerstört. Die Bombe wurde gezündet, als die Beamten gerade ihre Arbeit aufnehmen wollten. Der Polizist Pervez Malik sagte, 17 Menschen seien getötet worden. Weitere 165 seien verletzt worden. „Es war der schlimmste Anschlag, den ich je gesehen habe“, sagte Iqbal.

Eine zweite Explosion erschütterte das Büro einer Werbeagentur in einem Wohngebiet rund 25 Kilometer entfernt. Dort wurden nach Polizeiangaben drei Menschen getötet, darunter zwei Kinder. Iqbal sagte, in beiden Fällen handele es sich um Selbstmordanschläge. Der Chef der Werbeagentur, Salman Batalwi, sagte einem Fernsehsender, das Haus sei vollständig zerstört worden. Mehrere Mitarbeiter seien schwer verletzt. Ganz in der Nähe befinde sich ein Haus, das die Partei der getöteten Oppositionsführerin Benazir Bhutto gemietet habe. Er wisse jedoch nicht, wer Ziel des Anschlags gewesen sei. Der Fernsehsender zitierte einen Polizisten mit den Worten, zwei Attentäter hätten einen Kleinlaster vor das Haus gefahren und ihren Sprengstoff gezündet.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf verurteilte die Anschläge. Er erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APP, die Taten könnten die Entschlossenheit der Regierung, den Terrorismus mit aller Macht zu bekämpfen, nicht brechen. Die Pakistanische Muslimliga des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif erklärte, die Anschläge seien eine Folge des gescheiterten Kampfes gegen die Al Kaida. Ein Sprecher der Partei, Ahsan Iqbal, erklärte, Musharraf habe mit den von ihm angeordneten Militäroperationen für die Destabilisierung des Grenzgebiets zu Pakistan gesorgt.

Lahore war im vergangenen Jahr weitgehend von Selbstmordanschlägen verschont geblieben, die andere Großstädten des Landes erschütterten. Innerhalb der vergangenen zwei Monate wurden allerdings drei Anschläge verübt. Zuletzt hatten in der vergangenen Woche zwei Selbstmordattentäter auf einem Ausbildungsgelände der Marine vier Menschen in den Tod gerissen. (AP)

 

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