Aktuelle Nachrichten – Wissen
07.11.2011
Berlin – Mindestens ein Museumsprojekt während der Schulzeit: Alle Kinder und Jugendlichen sollten nach Auffassung von Museums- und Kulturverbänden bis zum 9. Schuljahr bei einem solchen Projekt dabei gewesen sein. Die Teilnahme sollte im Lehrplan verankert werden, heißt es weiter. "Wir fühlen uns in einer Bildungsverantwortung", sagte Volker Rodekamp, Präsident des Deutschen Museumsbundes, am Montag in Berlin bei der Abschlussveranstaltung der Initiative schule@museum.
Die Initiative wurde 2004 von dem Museumsbund, dem Bundesverband Museumspädagogik, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Stiftung Mercator und dem BDK Fachverband für Kunstpädagogik gestartet. Ziel war es, langfristige Kooperationen zwischen den Schulen und den rund 6.000 öffentlichen Museen in Deutschland zu erreichen. In den vergangenen zwei Jahren wurde in jedem Bundesland ein Tandem aus einem Museum und einer Schule gebildet, die zusammen ein Projekt auf die Beine stellen sollten – das Ergebnis wurde jetzt in Berlin präsentiert.
So entwickelten Neuntklässler einer Realschule im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim einen Audio-Guide für das Pfalzmuseum für Naturkunde, Schüler der 5. Klasse einer Hauptschule im bayerischen Kaufbeuren gestalteten im Stadtmuseum Vitrinen zum Thema "Jugend und Migration". Viele Kooperationen blieben jetzt auch über das aktuelle Projekt hinaus bestehen, sagte Hannelore Kunz-Ott vom Bundesverband Museumspädagogik. Beworben hatten sich 2009 rund 150 Tandems bundesweit.
Die Frage sei gewesen: "Wie kriegen wir alle gesellschaftlichen Gruppen in die Museen, nicht nur die, die ohnehin dort hingehen", sagte Rodekamp. Bei der Initiative schule@museum habe man sich auf junge Menschen konzentriert und darauf, Schulen als Partner zu gewinnen. "Museen und Schulen haben noch nicht recht zueinander gefunden", erklärte er. Mit dem Leitfaden, der aus den gewonnenen Erfahrungen heraus entwickelt worden sei, sei ein Fundament für eine gute Zusammenarbeit gelegt worden.
Die Verbände forderten unter anderem finanzielle Mittel für museumspädagogisches Personal und eine bessere Koordination von Projekten zwischen Schulen und Museen. Sinnvoll sei ein Austauschprogramm von Lehrern und Museumspädagogen, um sich ein Bild von der jeweiligen Arbeit zu machen. An Schulen sollten Kulturbeauftragte ernannt werden. Es könnten auch Schulen mit einem speziellen Kulturprofil entwickelt werden. Für Schulklassen, Schüler und Lehrer sollte der Eintritt in öffentliche Museen kostenlos sein, bei entsprechender Gegenfinanzierung.
(dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Ein Antrag für alle Leistungen: Bildungspaket soll unbürokratischer werden
(02.11.2011)
Bildungsexperten fordern bundesweites Kernabitur bis 2018
(19.10.2011)
Jugendliche schätzen gute Ausbildung und 40- bis 59-Jährige sind konsumstärkste Gruppe
(20.09.2011)
Deutsches Bildungssystem braucht Nachhilfe
(13.09.2011)