Umwelt – Minister empfiehlt Vattenfall-Kunden Anbieterwechsel – DAPD
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Vattenfall - Nein, danke! Minister empfiehlt Vattenfall-Kunden Anbieterwechsel

DAPD

18.07.2009

Muss ja nicht gleich ein Windrad im Vorgarten sein, aber verstehen wird es auch jeder: Vattenfall nein danke! (S.Hainz/pixelio.de)
Muss ja nicht gleich ein Windrad im Vorgarten sein, aber verstehen wird es auch jeder: Vattenfall nein danke! (S.Hainz/Pixelio)

Berlin/Hamburg – Nach den Störfällen im Kernkraftwerk Krümmel bei Hamburg hat Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Bürgern einen Wechsel des Stromanbieters nahe gelegt. „Der Verbraucher ist der Souverän. Jeder kann Vattenfall verlassen, wenn er mit der Unternehmenspolitik nicht einverstanden ist“, sagte Gabriel dem „Hamburger Abendblatt“ vom Wochenende. Er selbst sei vor einiger Zeit zu einem Unternehmen gewechselt, das zu 100 Prozent Ökostrom anbiete.

Weiter sagte der Minister, Vattenfall habe alle Chancen, verärgerte Kunden mit einer anderen Politik zurückzugewinnen. Es sei daher im Interesse des Energiekonzerns, den Reaktor in Krümmel endgültig stillzulegen. „Das Rest-Vertrauen in das Unternehmen kehrt nur zurück, wenn es nicht permanent mit einem Problemreaktor identifiziert wird. Vattenfall sollte nicht ernsthaft auf die Idee kommen, Krümmel wieder hochzufahren.“

Krümmel sei für Störfälle anfällig, so wie wie sieben andere alte Atommeiler in Deutschland, sagte der SPD-Politiker. „Diese Reaktoren sind zudem nicht besonders gut vor terroristischen Anschlägen geschützt. Daher sollten wir sie schneller vom Netz nehmen als ursprünglich geplant. Bis 2012 oder 2013 kann das erreicht werden.“

Vier konzernunabhängige Ökostromanbieter

Die Deutsche Umwelthilfe teilte mit, dass ein Preisvergleich von über hundert Stromtarifen im ganzen Bundesgebiet die Behauptung der Atomlobby widerlege, dass Atomstrom für die Kunden billiger sei. Vielmehr müssten Haushalte umso mehr für ihren Strom bezahlen, je größer der Atomstromanteil im Strommix ihres Versorgers sei. Bundesgeschäftsführer Rainer Baake erklärte, dies gelte gleichermaßen für Jahresstromverbräuche von 1.000, 3.000 oder 5.000 Kilowattstunden.

„Mit unseren Ergebnissen entfällt für Haushalte und Gewerbetreibende auch das letzte Motiv, nicht zu einem konzernunabhängigen Ökostromer zu wechseln“, erklärte Baake. Derzeit böten mit den Elektrizitätswerken Schönau EWS, Lichtblick, Greenpeace energy und Naturstrom AG vier konzernunabhängige Stromunternehmen bundesweit Ökostrom an. Der Wechsel des Versorgers koste Verbraucher nur wenige Minuten.

Nach der Pannenserie in Krümmel hatte am Donnerstag auch die schwedische Regierung scharfe Kritik am Betreiber Vattenfall geübt, der zu hundert Prozent dem schwedischen Staat gehört. „Als Eigentümer sind wir sehr besorgt über die offensichtlichen Versäumnisse in punkto Sicherheitskultur und Kommunikation“, sagte der zuständige Wirtschaftsstaatsekretär Ola Altera. Der Energiekonzern sei verpflichtet worden, nun binnen weniger Wochen einen Bericht zu den jüngsten Pannen vorzulegen.

http://www.atomausstieg-selber-machen.de/ (AP)

 

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