Aktuelle Nachrichten – Deutschland
27.11.2011
Foto: Daniel Kopatsch/dapd
Stuttgart – Das Ergebnis der Volksabstimmung über das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" stößt bei den Befürwortern auf Jubel und bei den Gegnern auf Enttäuschung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) versicherte am Sonntagabend, dass er trotz des bisherigen Widerstands seiner Partei das Votum der Bürger akzeptieren wird. Finanzminister Nils Schmid (SPD) kündigte an, die Landesregierung werde nun den Bau vollenden - "so wie das Volk es gewünscht hat".
Das Bahnprojekt hatte bislang auch innerhalb der grün-roten Koalition Baden-Württembergs für Reibereien gesorgt, weil die SPD es im Gegensatz zu den Grünen unterstützte. Kretschmann betonte im SWR-Fernsehen jedoch trotz des jetzigen Ende des Streits: "Ich kann an so einem Tag nicht erleichtert sein." Vielmehr trage er "schwer" an dem Ausgang der Volksabstimmung.
Der Ministerpräsident fügte hinzu: "Das Volk hat gesprochen." In seinem Auftrag müsse er nun handeln. Dies werde "ohne Wenn und Aber" geschehen. Kretschmann betonte, die ganze Landesregierung werde das Projekt nun akzeptieren und "kritisch-konstruktiv" begleiten.
Schmid sagte, er freue sich über das "klare Votum". Die Volksabstimmung sei so ausgefallen, "wie ich es mir gewünscht habe". Der SPD-Politiker sprach zudem von einer "großartigen Wahlbeteiligung".
Auch andere Befürworter von "Stuttgart 21" zeigten sich erleichtert. CDU-Landeschef Thomas Strobl sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Bürger in Baden-Württemberg hätten sich nicht von den "Täuschungsversuchen" der Landesregierung hinters Licht führen lassen. Kretschmann müsse "am besten noch heute" an den Hauptbahnhof gehen und die Projektgegner beruhigen.
Das Aktionsbündnis gegen "Stuttgart 21" bedauerte dagegen, dass die Mehrheit der Bürger für einen Weiterbau votiert habe. Die Mitglieder des Bündnisses würden das Ergebnis aber als gute Demokraten akzeptieren, kündigte ein Sprecher an.
Die sogenannten Parkschützer wollen allerdings weiter Widerstand leisten. Die Organisation stelle ihre Aktivitäten erst ein, wenn das Projekt beendet sei, sagte ihr Sprecher Matthias von Herrmann in Stuttgart. (dapd)
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