Frankfurt/Main – Auf den heftigen Wintereinbruch folgt frühlingshaftes Wochenendwetter: Bereits am (morgigen) Samstag steigen die Temperaturen im Norden und Nordosten auf angenehme 11 bis 15 Grad. Am Sonntag sind die Temperaturen dann fast überall im zweistelligen Bereich, wie der Deutsche Wetterdienst vorhersagte. In der Nacht zum Freitag hatte sich der Winter noch einmal mit Macht zurückgemeldet und für teilweise chaotische Straßenverhältnisse gesorgt. Die Polizei meldete Hunderte von Unfällen, mindestens drei Menschen kamen auf glatten Straßen ums Leben.
Besonders betroffen waren die Mittelgebirge sowie die südlichen Bundesländer. Der schwerste Unfall ereignete sich im sauerländischen Sundern, wo zwei Menschen starben, als ihre Fahrzeuge bei Schneematsch zusammenstießen. Beide Fahrer, ein 21-Jähriger und ein 72-Jähriger, wurden dabei getötet. Ein Beifahrer wurde schwer verletzt.
In Westhessen starb ein 17-jähriger Mopedfahrer, der vom Fahrer eines Schneeräumfahrzeuges übersehen worden war. Der Jugendliche prallte in Hünfelden frontal gegen den Schieber. Auch in Nordhessen wurden drei Menschen schwer verletzt. In Osthessen mussten zahlreiche Durchgangsstraßen und Autobahnen gesperrt werden, weil Bäume unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Vier Personen wurden schwer verletzt.
Besonders betroffen war die Autobahn 4 zwischen Kirchheim und Friedewald. Laut Polizei stellten sich auf den schneebedeckten Fahrbahnen zahlreiche Lastwagen quer. Der Verkehr staute sich auf mehr als 20 Kilometer Länge. Zahlreiche Autofahrer mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen.
Mit dem Schrecken davon kamen Schulkinder im Saalkreis in Sachsen-Anhalt: Ihr voll besetzter Schulbus kam laut Polizei auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und rutschte in einen Straßengraben. Verletzt wurde niemand. Glück im Unglück hatten Polizisten im Odenwald, als ein Baum während eines Einsatzes auf ihr Fahrzeug stürzte. Beide blieben unverletzt. In Thüringen rissen Bäume Leitungen ab. Hunderte Orte blieben ohne Strom. Der Stuttgarter Flughafen war am frühen Morgen kurzzeitig lahmgelegt, als die einzige Start- und Landebahn wegen Räumungsarbeiten für gesperrt wurde.
In den Vogesen in Nordostfrankreich fielen seit Donnerstag bis zu 50 Zentimeter Schnee. In Lothringen waren am Freitagmorgen fast 20.000 Haushalte ohne Strom. Auch in der Schweiz verursachten starke Schneefälle massive Verkehrsbehinderungen. Am Flughafen Zürich-Kloten wurden bis zum frühen Nachmittag 60 Flüge annulliert. Am Zürichberg gab es so viel Schnee wie erst ein einziges Mal zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Messreihe im Jahr 1931.
Am Samstag fällt laut Wetterdienst im Westen und Süden noch zeitweise Regen, im Schwarzwald und am Alpenrand schneit es weiter. Später lockern die Wolken gebietsweise auf, im Norden wird es zunehmend freundlicher. Im Süden und Westen liegen die Höchsttemperaturen zwischen fünf und zehn Grad, im Norden und Nordosten zwischen 11 und 15 Grad. In der Nacht zum Sonntag bleibt es weitgehend trocken.
„Spätestens am Sonntag kehrt der Frühling mit reichlich Sonnenschein und zweistelligen Tagestemperaturen zurück“, sagte Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. Nach Auflösung örtlicher Frühnebelfelder bleibt es heiter, teils wolkig und trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 8 Grad am Alpenrand und 15 Grad in Norddeutschland. Am Montag erreichen die Temperaturen 10 bis 15 Grad.
Am Wochenende locken vielerorts noch einmal gute Wintersportbedingungen: So können Skifahrer in Winterberg laut Tourist-Information mit rund 40 Zentimetern Schnee rechnen. (AP)
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