Panorama - Aktuelle Nachrichten – Mit der Dschunke um die Welt – Toralf Brakutt
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Panorama

Mit der Dschunke um die Welt

Toralf Brakutt

07.07.2006

Urlauber beobachten am Donnerstag, 6. Juli 2006, die hochseetaugliche Segeldschunke "Kublai's Kahn" bei der Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal bei Sehestedt. Das Schiff hatten die deutschen Abenteurer Axel Brmmer und Peter Glckner auf den Spuren Marco Polos von Hongkong nach Venedig gesegelt. Das nach ihren Angaben letzte Schiff dieser Art erreichte nach 30-monatiger Fahrt und fast 20.000 Seemeilen deutsches Fahrwasser. (AP Foto/Heribert Proepper)
Urlauber beobachten am Donnerstag, 6. Juli 2006, die hochseetaugliche Segeldschunke "Kublai's Kahn" bei der Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal bei Sehestedt. Das Schiff hatten die deutschen Abenteurer Axel Brmmer und Peter Glckner auf den Spuren Marco Polos von Hongkong nach Venedig gesegelt. Das nach ihren Angaben letzte Schiff dieser Art erreichte nach 30-monatiger Fahrt und fast 20.000 Seemeilen deutsches Fahrwasser. (AP Foto/Heribert Proepper)

Hamburg - Nach einer fast dreijährigen Segelfahrt um den halben Erdball haben zwei deutsche Abenteurer lang ersehntes einheimisches Fahrwasser unter dem Kiel. Am Donnerstag glitten die Thüringer mit ihrer exotischen Hochseedschunke durch den Nord-Ostsee-Kanal, um in der Kieler Bucht Anker zu werfen. Nach insgesamt fünf Jahren, knapp 20.000 Seemeilen und 40.000 Diafotos an Bord haben die beiden nur noch ein Problem: Wohin mit dem Schiff?

«Wir sind von 2001 bis 2002 den gleichen Weg mit dem Rad gefahren, den Marco Polo vor 750 Jahren nach China mit einer Kamel-Karawane ging», sagt Weltenbummler Axel Brümmer. Wie bei dem historischen Vorbild ging es dann auf einer Dschunke von 2003 an nach Venedig zurück. Sichtlich genießen Brümmer und sein Partner Peter Glöckner derzeit die Nordseebrise an Deck des Bootes, das in Anlehnung an Polos asiatischen Auftraggeber, Großkhan Kubilai, «Kublai's Kahn» heißt.

Seit früher Kindheit sei er fasziniert vom vielleicht bedeutendsten Asien-Reisenden des Mittelalters, sagt Lehrer Brümmer. Wie Marco Polo habe seine Crew zur Völkerverständigung beigetragen. «Wir haben an die chinesische Botschaft eine Menschenrechtspedition übergeben.» Obendrein seien inzwischen über 200 Menschen aus 20 Nationen auf dem Schiff gesegelt, «da war das sprachliche Durcheinander natürlich perfekt.»

Dass sie noch leben, grenze indes an ein Wunder, sagen die aus dem thüringischen Saalfeld stammenden Abenteurer. Nachdem ihre erste Dschunke anfänglich bei einem tropischen Zyklonensturm im Meer versenkt wurde, seien sie durch die Tsunami-Flutwelle im Indischen Ozean nur haarscharf einem erneuten Untergang entkommen. «Später haben uns Piraten mit mehreren Fischerbooten angegriffen, doch durch ein Täuschungsmanöver haben wir sie zum Abdrehen bewegt», berichtet der 39-jährige Brümmer.

Die als Umradler der Erde bekannten Thüringer sind eben «einiges gewöhnt», wie Peter Glöckner sagt. Nach dem Fall der Mauer seien sie 1990 zur fünfjährigen Radtour um den Globus aufgebrochen, «weil uns das DDR-Ende mehr bringen sollte als Videorekorder und Mikrowelle».

Dia-Tour geplant)

Seither leben die beiden von ihren Expeditionen, 50.000 verkauften Exemplare ihrer zwölf Bücher und rund 100 Vorträgen im Jahr. Darin wollen die beiden berichten, dass sie auf ihrer Segeltour nicht nur in Kontakt mit allen Weltreligionen gekommen sind, sondern auch Zielscheibe aktueller politischer Konflikte wurden.

Das Fotomaterial ihrer Marco-Polo-Tour umfasse inzwischen rund 40.000 Dias und gut 100 Stunden Filmmaterial, sagt Brümmer. Auf einer Deutschlandtour wollen sie jetzt die Sammlung vorführen und ihre Erlebnisse schildern. Abschluss ihres Marco-Polo-Projektes soll das internationale Skippertreffen «Hanse Sail» in Rostock werden, zu der «Kublai's Kahn» am 10. August einlaufen soll.

Um die Dschunke weiterhin zu unterhalten, «fehlt jedoch das Geld», sagt Brümmer. Das ohnehin durch große Spendengelder mitfinanzierte Schiff werde nun neben Sponsoren auch der Stadt Hamburg angeboten. «In Hamburgs Partnerstadt Schanghai ist 2008 die Olympiade», sagt Brümmer. «Dazu wäre eine asiatische Segeldschunke als Geschenk doch genau das Richtige.»

http://www.weltsichten.de

(AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige