Frankfurt/Main – Wer sich das Rauchen abgewöhnen möchte, hat es in der Regel nicht gerade einfach. Denn Glimmstängel machen psychisch und körperlich abhängig. In der Regel entwickeln sich schnell Rituale, zu denen wie selbstverständlich eine Zigarette gehört, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erklärt. Dazu gehört vor allem die Zigarette bei Stress, nach dem Essen oder bei einer Tasse Kaffee.
Die körperliche Abhängigkeit ist insbesondere auf das enthaltene Nikotin zurückzuführen. Das erklärt auch, warum Menschen, die aufhören wollen, mit Entzugserscheinungen und Symptomen wie Nervosität, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen rechnen müssen.
Der nach Ansicht von Fachleuten erfolgreichste Weg, ohne das lieb gewordene Laster auszukommen, ist die so genannte Schlusspunkt-Methode: „Am leichtesten ist es, von einem Tag auf den anderen aufzuhören, um den Stellenwert der Zigaretten nicht zu erhöhen. Wählen Sie einen Tag innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen“, empfehlen die Bundeszentrale und das Deutsche Krebsforschungszentrum in ihrer gemeinsamen Rauchfrei-Kampagne.
In der heißen Phase der Entwöhnung, die häufig alles andere als angenehm ist, muss man sehr diszipliniert sein und auch seine Umwelt vorbereiten. Die gewohnten Rituale dürften auf keinen Fall wieder zugelassen werden. Konkret heißt das: Alternativen zum Glimmstängel finden – etwa Obst, Gemüse oder Salzstangen essen und immer ein Glas Wasser oder Saft in Reichweite stehen haben. Denn man sollte in jedem Fall genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Viele Raucher quält die Angst, nach dem Aufhören stark zuzunehmen. Das ist aus Sicht der Fachleute aber unbegründet. Weil das Nikotin den Stoffwechsel verändert hat, normalisiert er sich dann wieder, weshalb weniger Energie benötigt wird. Deswegen sollte auf eine fett- und zuckerarme Ernährung geachtet werden. Die Entwöhnung sollte nicht von Ersatzpräparaten wie Nikotinpflastern oder speziellen Kaugummis abhängig gemacht werden. Solche Mittel könnten allenfalls die Entzugssymptome lindern.
Die Bundeszentrale berät entwöhnungswillige Raucher an einem eigens eingerichteten Telefon unter der Rufnummer 01805-313131 (14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz). Außerdem gibt es ein spezielles Programm im Internet unter rauchfrei-info.de. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Schleswig-Holstein will weit gehenden Nichtraucherschutz
(05.06.2007)
Krebshilfe enttäuscht über Nichtraucherschutzgesetz
(26.05.2007)
Merkel unterstützt Pläne für besseren Nichtraucherschutz
(19.06.2006)