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Mit der U-Bahn auf Streifzug durch Ungarns Geschichte

DAPD

20.01.2008

Frankfurt/Main – Streifzug durch Ungarns mehr als 1.000-jährige Geschichte einmal ganz anders: per U-Bahn. Die drei Metrolinien der Hauptstadt Budapest bieten dazu Gelegenheit, wie das Ungarische Tourismusamt mitteilt.

Ausgangspunkt einer solchen Zeitreise ist der Deák Ferenc Platz in der Pester Innenstadt. Ferenc Deák (1803-1876) war Vertreter der liberalen Opposition und gilt bis heute als Symbolfigur des passiven Widerstandes gegen die Habsburger. Sein Weggefährte war Graf Gyula Andrássy, später Außenminister der Monarchie, nach dem die Budapester Prachtstraße vom Donaukai zum Heldenplatz benannt ist, unter der die berühmte M1, die Millenniumsbahn fährt.

Die M1 oder Millenniums-Metro, die „Gelbe“, ist die älteste U-Bahn des europäischen Kontinents, die erste auf dem Festland nach der Londoner. Sie beginnt am Vörösmarty Platz im Herzen der Pester Innenstadt, der nach dem Lyriker Mihály Vörösmarty (1800-1855) benannt ist. Ebenso historisch ist die Station Bajcsy-Zsilinszky út, die ihren Namen von jenem ungarischen Politiker hat, der während der NS-Zeit der Kopf der ungarischen Widerstandsbewegung war und 1944 verhaftet und hingerichtet wurde. Weitere Haltestellen sind dem Komponisten Zóltan Kodály sowie István Széchenyi, dem Erbauer der Kettenbrücke, gewidmet.

Die M2, die rote Metro, führt vom Südbahnhof ans Budaer Donauufer, wo sich die Haltestelle Batthyány tér befindet. Graf Lajos Batthyány (1806-1849) war Ministerpräsident der ersten unabhängigen Regierung Ungarns nach der Revolution von 1848. Nach dem Scheitern der Revolution im Jahre 1849 wurde er als Hochverräter hingerichtet. Auf der Pester Seite erinnert die Station Kossuth tér an Lajos Kossuth (1802-1894), die Leitfigur des ungarischen Freiheitskampfes gegen das Haus Habsburg.

Auch auf der M3, der blauen Linie, wird Geschichte lebendig: Hier begegnet man Fürst Árpád, dem Stammvater der Magyaren, der im 9. Jahrhundert das Karpatenbecken in Besitz nahm und dessen Nachkommen bis 1301 als ungarische Könige regierten. Die Station Dózsa György út erinnert an den ungarischen Bauernführer und damit an eines der blutigsten Kapitel der bewegten ungarischen Geschichte, den Bauernaufstand von 1514, der mit dem Tod von György endete.

Erwähnenswert ist auch noch die Haltestelle Arany János utca. Arany (1817-1882) gilt als einer der bedeutendsten ungarischen Lyriker des 19. Jahrhunderts. (AP)

 

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