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München 2018 im Endspurt Mit Glück und Überzeugungsarbeit

Hanna Schmalenbach

22.06.2011

München 2018 im Endspurt. 14 Tage sind es noch, bis zur großen Entscheidung im südafrikanischen Durban (6. Juli). Foto: Joerg Koch/dapd Photo
München 2018 im Endspurt. 14 Tage sind es noch, bis zur großen Entscheidung im südafrikanischen Durban (6. Juli).

Foto: Joerg Koch/dapd Photo

München – Ein Stuhl auf dem Podium war schon besetzt, bevor Katarina Witt und Thomas Bach überhaupt im Raum waren. Dicht aneinander gekuschelt saßen sie da: Ein kleines schwarzes Männchen und ein rosafarbenes Schweinchen. Kuscheltiere. Glücksbringer - symbolisch für die Phase, in der sich die Münchner Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 befindet. 14 Tage sind es noch, bis zur großen Entscheidung im südafrikanischen Durban (6. Juli). In der "Phase des Tunnelblicks" zählt nun jede Kleinigkeit: "Wir sind dem Ziel so nahe, wir wollen alle überzeugen. Es wird jetzt einfach Zeit", sagte Witt beim letzten öffentlichen Medienauftritt am Mittwoch in München.

Überraschungen in Durban

"Gespannt" sei sie, "aufgeregt, positiv, euphorisch", sagte Witt. Es schien aber, als finde die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin und Kuratoriumsvorsitzende der Münchner Bewerbung einfach keine Worte für ihre Gemütslage. "Wir freuen uns auf den Endspurt" – das traf es wohl am besten. Gemeinsam mit Thomas Bach, Vizepräsident des Olympischen Komitees (IOC), und der gesamten Bewerbungsgesellschaft legt Witt im Moment Feinschliff an der Abschlusspräsentation an, die dem IOC am 2. Juli vorliegen muss. In Durban will die Bewerbung Münchens, Garmisch-Partenkirchens und des Berchtesgadener Landes am 6. Juli vor allem mit der Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff punkten. Witt stellte aber noch "die ein oder andere auch personelle Überraschung" in Aussicht.

"Wir sind auf den Punkt topfit"

Gut gerüstet für die entscheidenden Tage sehen alle Protagonisten die Münchner Bewerbung. "Wir sind auf den Punkt topfit, wie ich früher als Sportlerin", sagte Witt und bezeichnete das Rennen mit Pyeongchang (Südkorea) um den Favoritenstatus als "weiterhin offen". Über den Außenseiter Annecy (Frankreich) redete niemand.

Man müsse sich jetzt auf seine Stärken konzentrieren, forderte Bach: "Wir wissen spätestens seit der technischen Präsentation in Lausanne, dass wir gewinnen können", sagte der 57-Jährige. An der "Kaffeesatzleserei" wollte Bach sich aber gar nicht lange beteiligen, vielmehr die Gunst der Stunde nutzen: Nach einem letzten Abstecher für eine Präsentation nach Togo wollen Witt und Co. in Durban Gespräche mit einigen der 110 IOC-Mitglieder führen und "auch die Unentschlossenen überzeugen".

Witts Traum: Rückflug im Dirndl

Und dann? Sollte München den Zuschlag erhalten, "wird erstmal Party gemacht" (Bach). Witt wünscht sich einen Heimflug im Dirndl, Bach will in Deutschland gleich weiter feiern. Tatsächlich wartet in diesem Fall aber sofort viel Arbeit. Binnen weniger Tage "müssen die Bagger anrücken" und die infrastrukturellen Großprojekte vorantreiben, sagte Bach.

So richtig an den Ende des Tunnels wollte aber keine blicken, jetzt, wo man ihn gerade erst betreten hatte. München 2018 reist ab, im Gepäck neben jeder Menge Überzeugungskraft zwei neue Glücksbringer. Witt hatte sie mitgenommen. Auf den letzten Metern kann alles helfen.

(dapd)

 

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