Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
18.09.2007
Bonn – Zwei Mittel gegen Magengeschwüre und zwei Medikamente gegen seelische Störungen finden sich unter den fünf umsatzstärksten rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland. Das geht aus einer Auswertung des Wissenschaftlichen Dienstes der AOK (WIdO) in Bonn hervor. Insgesamt bezahlten nach Angaben von Dienstag die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2006 rund 24,5 Milliarden Euro brutto (vor Rabatten und Zuzahlungen) für ärztlich verordnete Arzneimittel – ohne im Krankenhaus verwendete Medikamente.
Den höchsten Umsatz erzielte den Angaben zufolge das Magenpräparat „Pantozol“ mit 227,4 Millionen Euro. Es folgt das auch gegen das „Zappelphilipp“-Syndrom (AHDS) bei Kindern eingesetzte Psychopharmakon „Risperdal“ (220,9 Millionen Euro), das gegen Psychosen verwendete „Zyprexa“ (218,1 Millionen Euro), der zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzte Gerinnungshemmer „Plavix“ (212,8 Millionen Euro) und auf Platz fünf das Magenmittel „Nexium“ (203,8 Millionen Euro).
Auf dem sechsten Platz der Umsatzliste liegt das gegen Rheuma und Psoriasis angewandte „Enbrel“ (200,9 Millionen Euro). Es folgen „Rebif“, ein Präparat gegen Multiple Sklerose (198,4 Millionen Euro), die Asthmamittel „Viani“ (191,9 Millionen Euro) und „Symbicort“ (186,8 Millionen Euro) sowie auf Platz zehn das gegen Tumorzellen wirksame Zytostatikum „Glivec“ (182,8 Millionen Euro).
Während bei den Umsätzen die teueren und meist relativ neuen Medikamente dominieren, liegen bei der Mengenstatistik billigere Präparate auf den ersten Plätzen. Die Bundesbürger schlucken jährlich rund 30 Milliarden Tagesdosen verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Das WIdO bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.
Danach ist das mit 447 Millionen Tagesdosen im Jahr 2006 am meisten genommene Medikament das gegen Schilddrüsenunterfunktion verschriebene „L-Thyroxin Henning“. Es folgen „Ramipril Hexal“ gegen Bluthochdruck (410 Millionen Dosen) und „SimvaHexal“ zur Senkung der Cholesterinwerte im Blut (399,7 Millionen Dosen). Auf Platz vier steht mit 266,2 Millionen Tagesdosen der Umsatz-Spitzenreiter „Pantozol“. Die fünfte Stelle in der Mengen-Rangliste schließlich nimmt mit 243,4 Millionen Dosen „Herz ASS/ASS-TAH-ratiopharm“ ein, ein Mittel zur Vorbeugung gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. (AP)
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