Frankfurt/Main – Die Einkommen der Mittelschicht in Deutschland sind laut einer Studie entgegen allen Befürchtungen stabil. „Die empirische Basis für die These, die soziale Krise Deutschlands habe nun auch die Mittelschicht erreicht, ist schwach“, schreibt der Historiker Paul Nolte, einer der Autoren der Studie, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet. Die Ungleichheit der Einkommen habe innerhalb der vergangenen 20 Jahre nicht zugenommen.
Die Studie widerspreche damit der populären These, wonach der finanzielle Absturz jedermann treffe und nur noch eine kleine Gruppe von Spitzenverdienern oder Vermögenden vor ihm sicher sei, heißt es in dem Bericht über die noch unveröffentlichte wissenschaftliche Studie der Bad Homburger Herbert-Quandt-Stiftung. Empirisch feststellen lasse sich nach Ansicht der Autoren aber eine Stagnation der Mitte, schreibt die Zeitung. „Die Mitte kapselt sich innerhalb der Gesellschaft ab“, sagte der Forscher am Münchner Ifo-Institut und Mitautor der Studie, Martin Werding demnach. Der Zugang zur Mittelschicht für Aufsteiger werde daher zunehmend schwieriger, wie das Phänomen der „Generation Praktikum“ zeige.
Zuletzt hatte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck mehr Unterstützung für die Mittelschicht eingefordert, die er als die Leistungsträger der Gesellschaft bezeichnete. Diese „40 bis 50 Prozent in der Mitte der Gesellschaft“ müssen laut Beck wieder das Gefühl bekommen, dass man ihnen nicht ständig nur nehme, sondern auch etwas gebe.
(AP)
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