Mügeln – Eine Woche nach der Hetzjagd auf acht Inder haben rund 200 Mügelner Bürger am Samstagabend mit einem Friedensgebet und einem Schweigemarsch ein Zeichen gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit gesetzt. Pfarrer Stephan Israel brachte auf dem Marktplatz der sächsischen Stadt die Betroffenheit der Menschen zum Ausdruck. „Wir bitten darum, dass alle Not gelindert wird und darum, dass wir in Zukunft Feste feiern und uns gegenseitig besuchen können, ohne Angst zu haben.“, sagte der Geistliche in seinem Gebet.
Bürgermeister Gotthard Deuse erklärte: „Wir verurteilen die Geschehnisse auf das Schärfste.“ Unter dem Beifall der Zuschauer verwahrte sich Deuse auch dagegen, dass Mügeln eine kollektive Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen werde. Er appellierte zugleich an mögliche Zeugen, sich bei der Polizei zu melden, damit die Ereignisse ganz schnell aufgeklärt werden.
Nach dem Friedensgebet marschierten die Teilnehmer durch die Innenstadt und stellten Kerzen vor der Pizzeria ab, in die sich die acht Inder vor rund 50 Jugendlichen und Heranwachsenden in Sicherheit brachten. Diese hatten die Inder bei einem Stadtfest angegriffen und geschlagen. Dabei wurden auch ausländerfeindliche Parolen wie „Ausländer raus“ gerufen.
Nach dem Marsch überreichten Deuse und Israel dem Inhaber der Pizzeria einen Blumenstrauß. „Wir wollen ein Zeichen setzen, damit es in Zukunft friedlich weitergeht“, betonte der Pfarrer.
Die Veranstaltung fand unter Polizeischutz statt, Zwischenfälle gab es nicht. Am (morgigen) Sonntag gibt es unter dem Motto „Mügeln setzt ein Zeichen gegen Gewalt“ zahlreiche Feste, Konzerte und eine Podiumsdiskussion. (AP)
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