Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
09.05.2011
Foto: AP Photo/Christof Stache
München – Die Naturkatastrophen in Japan, Australien und Neuseeland haben die Münchener Rückversicherung Munich Re tief in die roten Zahlen gerissen. Die weltgrößte Rückversicherung machte im ersten Quartal 948 Millionen Euro Verlust nach Steuern, nach einem Gewinn von 485 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Die Schäden der Erdbeben und Überschwemmungen kosteten den DAX-Konzern 2,7 Milliarden Euro. Außerdem fiel das Kapitalanlageergebnis aufgrund der niedrigen Zinsen um über 20 Prozent. Trotzdem stellte die Münchener Rückversicherung für das Gesamtjahr noch einen Gewinn in Aussicht. Die Großschäden schärften das Risikobewusstsein und ließen die Prämien stiegen, erklärte Finanzvorstand Jörg Schneider am Montag in München.
"Aufgrund unserer Finanzstärke werden wir die sich jetzt zusätzlich ergebenden Chancen nutzen und an der positiven Marktentwicklung teilhaben", sagte Schneider. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen im ersten Quartal um gut elf Prozent.
Auch im laufenden zweiten Quartal belastet eine Naturkatastrophe das Ergebnis: Über den Süden und Mittleren Westen der USA waren im April die verheerendsten Tornados seit Jahrzehnten hinweggezogen, die Schäden für die Munich Re summierten sich auf annähernd 100 bis 150 Millionen Euro. Schneider betonte, dank der soliden Kapitalausstattung könne die Rückversicherung auch Milliardenschäden wie zu Jahresbeginn in Asien verkraften: "Wir wollen und können selbst nach diesen verheerenden Naturkatastrophen einen Gewinn für das Gesamtjahr erzielen", sagte er.
Die zum Konzern gehörende Erstversicherungsgruppe Ergo, deren Gewinn im ersten Quartal wegen hoher Abschreibungen in Südkorea fiel, verbucht laut Ergo-Chef Torsten Oletzky im laufenden Quartal einen Sondererlös aus dem Verkauf einer Tochtergesellschaft in Singapur. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr gelte unverändert, sagte Oletzky. (dapd)
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