Aktuelle Nachrichten – Deutschland
19.07.2006
Berlin - Arbeitsminister Franz Müntefering hat sein Kombilohn-Modell als vernünftige Lösung für eine bessere Integration von Älteren in den Arbeitsmarkt verteidigt. Der Minister wies am Mittwoch in Berlin darauf hin, dass nur 45 Prozent der über 50-Jährigen noch einen Job hätten. «Das kann so nicht bleiben», betonte der SPD-Politiker. In Deutschland sei ein Mentalitätswechsel nötig.
Nach den Plänen des Ministers, die er am Mittwoch im Kabinett vorstellte, sollen über 50-jährige Arbeitslose mit einem Lohnkostenzuschuss motiviert werden, auch niedriger bezahlte Arbeit anzunehmen. Gleichzeitig sollen Arbeitgeber, die Ältere einstellen, einen Eingliederungszuschuss erhalten.
Kritik, sein Vorschlag sei unausgegoren, wies Müntefering zurück. Er wisse selbst, dass auch mehr für die Beschäftigung von Jugendlichen gemacht werden müsse, sagte er. Mit dieser Initiative werde vor dem Hintergrund der schrittweisen Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre der Fokus auf ältere Arbeitnehmer gelegt.
Müntefering kündigte an, noch im August Eckpunkte für seine «Initiative 50 plus» vorzulegen. Die sollten dann zusammen mit den Vorschlägen der Regierung für eine Neuordnung des Niedriglohnbereiches diskutiert werden. Es sei dann genügend Zeit, «alles miteinander zu einer vernünftigen Lösung zu verbinden», betonte Müntefering. Die «Initiative 50 plus» soll am 1. Januar 2007 in Kraft treten.
(AP)
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