Unternehmen – Munich Re sieht Griechenland mit Sorge – Roland Losch
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Rückversicherung Munich Re Munich Re sieht Griechenland mit Sorge

Roland Losch

28.04.2010

München (apn) Trotz vermehrter Katastrophenschäden und Milliarden in griechischen Staatsanleihen hat die Rückversicherung Munich Re ihre Gewinnprognose bekräftigt. „Wir streben erneut ein Konzernergebnis von über zwei Milliarden Euro an“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. „Das Ergebnis für das erste Quartal wird zeigen, dass wir auf gutem Weg hin zu unserem Jahresziel sind.“

Die Munich Re habe 2,1 Milliarden Euro in griechische Staatsanleihen investiert. Weitere 2,1 Milliarden seien in spanischen, 800 Millionen in portugiesischen und 5,1 Milliarden Euro in italienischen Staatspapieren angelegt. „Natürlich beobachten auch wir die Entwicklung mit Sorge“, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider.

Auf der anderen Seite habe die Munich Re weit mehr als 20 Milliarden Euro in deutsche Staatsanleihen investiert. „Wenn die griechischen fallen, steigen die deutschen. Das kann 'ne Menge ausgleichen“, sagte Bomhard. Insgesamt habe die Münchner Rück 164 Milliarden Euro in festverzinsliche Anlagen investiert.

Im ersten Quartal habe die Münchner Rückversicherung am Kapitalmarkt gut verdient, sei aber von Naturkatastrophen überdurchschnittlich gebeutelt worden. Die Erdbeben in Chile, China und Haiti, der europäische Wintersturm Xynthia und andere Naturkatastrophen hätten 700 Millionen Euro brutto gekostet, sagte Bomhard. Der Untergang der Ölplattform im Golf von Mexiko im April koste bis jetzt schon einen hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag, sagte Rückversicherungs-Vorstand Torsten Jeworrek.

Aktionäre zufrieden

Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re von ungewöhnlich geringen Schäden aus Naturkatastrophen und der Erholung der Kapitalmärkte profitiert und den Gewinn um zwei Drittel auf 2,56 Milliarden Euro gesteigert. Dafür lobten Aktionsschützer und Anleger den Vorstand einmütig. „Machen Sie weiter so!“ sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) unter Beifall vor 3.000 Aktionären.

Bomhard befürchtet dieses Jahr allerdings eine überdurchschnittliche Schadenbelastung aus Naturkatastrophen. Außerdem machten die niedrigen Zinsen dem Rückversicherer zu schaffen. Weil er weiterhin keine höheren Risiken eingehe, werde seine Kapitalanlagerendite unter 4 Prozent sinken, kündigte der Konzernchef an. Der Aktienanteil an den Anlagen könnte von heute gut drei Prozent auf bis zu sieben Prozent steigen.

Fusionspläne Buffetts dementiert

Spekulationen, der Großaktionär Warren Buffett könnte eine Annäherung der Munich Re und seiner anderen Beteiligungen Swiss Re und General Re anstreben, wies Bomhard klar zurück. „Es gibt keine versteckte Agenda“, sagte Bomhard. „Wir werden mit keiner dieser Gesellschaften übers Geschäft sprechen.“ Buffett greife bei seinen Beteiligungen nie direkt ins Geschäft ein.

Bergdolt und der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Klaus Schneider, stellten die Lebensversicherung als Auslaufmodell infrage. Bomhard wies das entscheiden zurück. Niedrigzinsen erschwerten zwar das Geschäft und bei den Deutschen nehme die Bereitschaft zur Vorsorge gegen laufende Beiträge merklich ab, „obwohl jeder weiß, wie es um die staatliche Rentenkassen bestellt ist“. Aber im Gegensatz zu vielen Fonds und Immoblienanlagen hätten die Lebensversicherten kein Geld verloren. Die künftigen Finanzmarktregeln würden die Lebensversicherung stärken, sagte Bomhard.

http://www.munichre.com (AP)

 

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