Ökologie – Musen-Palast in Laase - eine Oase im Castor-Trubel – Max Eckart
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Nonstop Kultur am Castor Musen-Palast in Laase - eine Oase im Castor-Trubel

Max Eckart

28.11.2011

Eher nicht von der Muse geküsst: Ein Polizist versiegelt an der Strassentransportstrecke des Castors zwischen Dannenberg und Gorleben einen Gullydeckel. Foto: Nigel Treblin/dapd
Eher nicht von der Muse geküsst: Ein Polizist versiegelt an der Strassentransportstrecke des Castors zwischen Dannenberg und Gorleben einen Gullydeckel.

Foto: Nigel Treblin/dapd

Laase – "Der 'Musen-Palast' ist eine Oase im Castor-Trubel", sagt Willem Wittstamm. Schon seit zehn Jahren organisiert Wittstamm, Entertainer und Atomkraftgegner aus dem Wendland, während des Castor-Transports im Dörfchen Laase drei Kilometer vor Gorleben ein buntes Kulturprogramm. Es startet, sobald die Atommüllbehälter Dannenberg erreicht haben.

Auf der kleinen Bühne, umsonst und draußen, spielt am Montag eine Zwei-Personen-Band mit Akkordeon und Posaune. Dann sind die "Singvögel" an der Reihe, Liedermacher aus Hessen. Zwischendurch unterhält Wittstamm selbst das Publikum mit Sketchen aus dem Widerstand.

Ob alle schon das "niederschwellige" Angebot der Initiative "Widersetzen" kennen, will er zum Beispiel wissen. Nein? "Na, nieder auf die Schwellen." Alle lachen. "Widersetzen" hatte am Wochenende auf der Bahnstrecke bei Harlingen die große Sitzblockade mit mehreren tausend Teilnehmern organisiert.

Polizei hält Zugang weiter offen

Obwohl Laase direkt an der von der Polizei abgesperrten Strecke für den Straßentransport der Castoren liegt, ist der "Musen-Palast" über kleine Nebenstraßen erreichbar. Die Polizei habe zugesichert, diese Zufahrt die ganze Zeit über offen zu halten, sagt Wittstamm. Zu Fuß lässt sich das Dorf für Ortskundige auch über Feld- und Waldwege erreichen.

Etwa 250 überwiegend junge Leute haben es bis zum frühen Nachmittag irgendwie hierher geschafft. In einem Oval um die Bühne stehen ein paar Bauwagen, ein Zelt mit Biertischen und Bänken, ein paar Infostände und eine "Volxküche". "Das ist doch Wahnsinn", freut sich eine junge Frau. "Überall, wo mehr als zehn Leute zusammenkommen, gibt es mindestens Tee und heiße Suppe."

Die "Singvögel" haben inzwischen auf schnellere Rhythmen umgeschaltet. Die letzten grauen Wolken haben sich verzogen. "Ein bisschen chille ich hier noch", sagt die Frau. Dann wolle sie wieder auf die Straße zum Blockieren. Denn in ein paar Stunden kommen die Castoren. (dapd)

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