Aktuelle Nachrichten – Kultur
13.12.2012
Foto: Matthias Rietschel
Dresden – Erinnerung an eine der bekanntesten Schlachten des Zweiten Weltkriegs: Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden widmet seine erste große Sonderausstellung der Schlacht um Stalingrad (heute Wolgograd) vor 70 Jahren. Von Samstag an werden rund 600 Exponate aus Deutschland und Russland gezeigt, wie das Museum am Donnerstag mitteilte.
Erstmals seien die monatelangen Kämpfe 1942/43 überhaupt Gegenstand einer großen historischen Ausstellung, sagte Direktor Matthias Rogg der Nachrichtenagentur dapd. Zu sehen sind Uniformen, Waffen, viele persönliche Gegenstände, Gemälde, Zeichnungen oder das Präparat eines amputierten Fußes. Gezeigt wird im Original auch die sogenannte Stalingrad-Madonna des Pfarrers und Arztes Kurt Reuber.
Er zeichnete das Bild im Kessel von Stalingrad zu Weihnachten 1942. Es wird normalerweise in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin gezeigt und ist erstmals in einem Museum zu sehen. Die Ausstellung stellt sowohl viele persönliche Erlebnisse der Soldaten dar, geht aber auch auf ihre Bedeutung der Schlacht für den Kriegsverlauf und die umfassende Propaganda der Gegner ein. Bei dem Angriff auf Stalingrad eroberte die Wehrmacht den größten Teil des Stadtgebietes, teilweise in blutigen Straßen- und Häuserkämpfen. Im November 1942 kesselte die Rote Armee fast 200.000 deutsche Soldaten ein.
Die letzten von ihnen gaben Anfang Februar 1943 auf. Viele Soldaten starben zuvor an Hunger, Kälte und Krankheiten. Fast 100.000 Deutsche gerieten in Gefangenschaft, nur 5.000 bis 6.000 von ihren kehrten viele Jahre später wieder zurück. Auch die Rote Armee entrichtete einen hohen Blutzoll. Auf ihrer Seite kamen bei den Kämpfen um die Stadt von Juli 1942 bis Anfang Februar 1943 offiziell 480.000 Soldaten ums Leben.
dapd
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