Geschichte - Erkenntnisse und Fakten – Muslime erinnerten in Srebrenica an die Opfer des Massakers – dapd
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Vor 17 Jahren Muslime erinnerten in Srebrenica an die Opfer des Massakers

dapd

11.07.2012

520 erst kürzlich identifizierte Opfer des Srebrenica-Massakers wurden beigesetzt, während über Lautsprecher ihre Namen und ihr Alter verlesen wurden. Foto: Marko Drobnjakovic/AP/dapd
520 erst kürzlich identifizierte Opfer des Srebrenica-Massakers wurden beigesetzt, während über Lautsprecher ihre Namen und ihr Alter verlesen wurden.

Foto: Marko Drobnjakovic/AP/dapd

Sarajevo – Rund 30.000 Muslime haben im bosnischen Srebrenica an die Opfer des Massakers vor 17 Jahren erinnert. 520 erst kürzlich identifizierte Opfer wurden beigesetzt, während über Lautsprecher ihre Namen und ihr Alter verlesen wurden. Unter den Toten waren 48 Jugendliche und die 94-jährige Saha Izmirlic, die neben ihrem Sohn beigesetzt wurde. Auf der anderen Seite der Grabstätte wurde ein Platz freigelassen für den bisher noch nicht gefundenen Enkel.

Die 27-jährige Izabela Hasanovic weinte am Sarg ihres Vaters, bevor er in die Erde hinabgelassen wurde. "Ich kann nicht glauben, dass mein Vater in diesem Sarg liegt", sagte sie. "Ich kann das nicht akzeptieren." Eine andere Frau küsste einen Sarg. "Deine Schwester küsst dich. Ich bin es", sagte sie.

Gegen Ende des von 1992 bis 1995 währenden Bosnienkriegs wurden in Srebrenica innerhalb weniger Tage mehr als 8.000 bosnische Muslime von serbischen Truppen getötet. Bisher sind erst etwas mehr als 5.000 von ihnen formell beerdigt worden. Bis heute werden im Osten Bosniens immer wieder weitere Leichen in Massengräbern gefunden. Ihre Leichen werden mithilfe von DNA-Analysen identifiziert.

Wegen des Massakers in Srebrenica steht der serbische General Ratko Mladic derzeit in Den Haag vor Gericht, ihm werden elf Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Völkermord, er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

(dapd)

 

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