Heidelberg – Ein neues Verfahren könnte in der Zukunft den Mangel an Spenderherzen beheben. Dazu wollen Mediziner der Uniklinik Heidelberg Tierherzen von sämtlichen Zellen befreien und dann mit Zellen der Empfänger neu besiedeln. Ein Bioreaktor, der dies ermöglichen soll, ging schon im Februar in Betrieb.
Für herzkranke Menschen, denen nur eine Transplantation das Leben retten kann, gibt es weltweit bei weitem nicht genug Spenderherzen. "Es ist nötig, neue und vor allem innovative Strategien für die Behandlung dieser Patienten zu entwickeln, um möglichst unabhängig von Spenderorganen zu werden", sagt Alexander Weymann von der Uniklinik Heidelberg.
Der Arzt will nach Angaben der Uniklinik Schweineherzen, die dem menschlichen Organ sehr ähneln, im Labor zunächst von sämtlichen Zellen befreien. Danach soll das kollagenhaltige Fasergerüst in einer speziellen Kultivierungskammer, dem Bioreaktor, von Zellen des Empfängers neu besiedelt werden.Dies soll später eine Abstoßungsreaktion beim Patienten verhindern. "In den USA ist es auf diese Weise gelungen, funktionsfähige Rattenherzen zu züchten", sagt Weymann. "Mit größeren Herzen hat es bisher noch nicht geklappt." (dapd)
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