Aktuelle Nachrichten – Forschung
01.10.2010
London – Nahe Verwandte des Hepatitis-B-Erregers besiedeln die Erde schon seit Urzeiten. Spuren sogenannter Hepadnaviren haben US-Forscher in 19 Millionen Jahre alten Vogelfossilien entdeckt. Der Fund zeigt erstmals, dass diese Viren ihr Erbgut in Chromosomen des Wirtes einbauen. Diese Fähigkeit wurde bislang nur Retroviren zugeschrieben.
Die Forscher der Universität von Texas hatten Spuren von Hepadnaviren bei fünf verschiedenen Arten von Sperlingsvögeln, wie etwa Zebrafinken, stets an der gleichen Stelle im Genom entdeckt. Dann wiesen sie die Erregerfragmente auch im Erbgut eines versteinerten gemeinsamen Vorläufers nach, der vor etwa 19 Millionen Jahren lebte.
Bisher ging man davon aus, dass solche Viren nur einige tausend Jahre alt sind. "Hepadnaviren und wahrscheinlich auch viele andere Viren sind weit älter, als wir bisher glaubten", sagt der Virenexperte Eddie Holmes von der Penn State Universität, der nicht an der Studie beteiligt war.
Zudem zeigt die im Online-Journal "PLoS Biology" veröffentlichte Untersuchung, dass sich diese Viren im Lauf der Jahrmillionen kaum verändert haben. "Wenn sie in der Vergangenheit infiziert waren, kann man glauben, dass manche dieser Vögel auch heute noch solche Viren tragen", sagt Studienautor Clement Gilbert. "Wir können diese Entdeckung dazu nutzen, bestimmte Vogelarten auf die Präsenz neuer Hepatitis-B-artiger Viren zu untersuchen."
(Quelle: "PLoS Biol", Vol. 8:e1000495) (dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Ein großes Mysterium: Riesige UV-Ringe um Galaxien
(16.09.2010)
Heilender Therapieansatz für Zöliakie?
(07.09.2010)
Die unerklärlichen Fähigkeiten der Tiere
(03.09.2010)
Britische Wissenschaftler knacken Weizen-Gencode
(27.08.2010)
Bislang umfangreichstes Planetensystem entdeckt
(25.08.2010)