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NASA nimmt weiteren Aufbau der ISS in Angriff

Mike Schneider

23.08.2006

Die Raumfähre Atlantis soll  ihre Reise noch im August beginnen. (AP Photo/John Raoux)
Die Raumfähre Atlantis soll ihre Reise noch im August beginnen. (AP Photo/John Raoux)

Cape Canaveral - Dreieinhalb Jahre nach der «Columbia»-Katastrophe nimmt die NASA den weiteren Aufbau der Internationalen Raumstation in Angriff. Am Sonntag öffnet sich das Zeitfenster für den Start der Raumfähre «Atlantis», die 17,5 Tonnen Material zur ISS in 350 Kilometer Höhe bringen soll. Die sechsköpfige Shuttle-Besatzung unter Leitung von Brent Jett will die neuen Teile auf ihrer elftägigen Mission unter anderem bei drei komplizierten Außenbordeinsätzen montieren.

Der Aufbau der halb fertiggestellten ISS hat sich durch den Absturz der «Columbia» verzögert. Die zwei Shuttle-Missionen seit der Katastrophe vom Februar 2003 waren der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA zufolge vor allem Testflüge für die verbesserten Sicherheitsvorkehrungen der Raumfähren. Nach der erfolgreichen «Discovery»-Mission im vergangenen Monat, in deren Rahmen der deutsche Astronaut Thomas Reiter einen langen Außenbordeinsatz absolvierte, konzentriert sich die NASA nun wieder auf den Bau der ISS.

Dieser soll abgeschlossen sein, bevor die Shuttles 2010 ausgemustert werden. Der Bau einer Raumstation im Weltraum sei eine der schwierigsten Aufgaben, die die Menschheit je angegangen sei, sagte der Leiter des ISS-Programms bei der NASA, Mike Suffredini. Die «Atlantis» soll unter anderem neue Sonnensegel zur ISS bringen, die später rund ein Viertel des Strombedarfs der Raumstation decken. Der Terminkalender der Shuttle-Crew ist so eng wie bei kaum einer anderen Mission zuvor.

Nach dem Andocken an der ISS wird die 13,5 Meter lange und 290 Millionen Euro teure Last von einem Roboterarm aus dem Ladedeck der «Atlantis» gehievt. Am Tag darauf verlassen die Astronauten Joe Tanner und Heidemarie Stefanyshyn-Piper den Shuttle zu einem ersten Außenbordeinsatz, einen Tag später folgen ihre Kollegen Dan Burbank und Steve MacLean. Dann sollen die Sonnensegel geöffnet werden, wobei die NASA Vorkehrungen getroffen hat, damit sich eine Panne wie im Jahr 2000 nicht wiederholt: Damals verhakten sich die Segel, der Crew gelang es später aber, das Problem zu lösen.

Tanner und Piper unternehmen dann noch einen weiteren Außenbordeinsatz. Die Astronauten müssen sich nicht nur um den ISS-Aufbau kümmern, sondern auch um ihre eigene sichere Rückkehr. Sie werden die Hitzeschilder am Shuttle kontrollieren, die beim Start beschädigt werden können - ein solche Problem verursachte den «Columbia»-Absturz beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.

Die Raumfähre kann im Zeitraum vom 27. August bis zum 13. September in Cape Canaveral abheben, aber die NASA hofft auf einen Start vor dem 7. September, damit sich die Mission nicht mit einer russischen Sojus-Mission Mitte September überschneidet. Die «Atlantis»-Astronauten haben viereinhalb Jahre für ihren Einsatz trainiert, so lange wie noch keine Crew vor ihnen.

«Atlantis»-Kommandant Jett unterstreicht, bei der Vollendung der ISS gehe es um mehr als den Aufbau eines Labors im Weltraum: «Es bereitet uns als Weltraumagentur darauf vor, den nächsten Schritt zu tun, zurück auf den Mond als ständiger Außenposten oder hinaus zum Mars.»

http://spaceflight.nasa.gov/home/index.html

(AP)

 

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