Cape Canaveral - Entgegen dem Rat ihrer Ingenieure plant die US-Raumfahrtbehörde NASA für 1. Juli wieder einen Start der Raumfähre «Discovery». Der Testflug wäre der erste seit knapp einem Jahr und erst der zweite Flug nach der «Columbia»-Katastrophe 2003. Der Entscheidung seien zweitägige Beratungen vorausgegangen, hieß es am Samstag in Cape Canaveral. Sorge bereiteten demnach vor allem Änderungen am Außentank des Shuttles.
Während des Treffens in Cape Canaveral empfahlen die Vertreter der Abteilung für Sicherheit und die Abteilung des Chefingenieurs, mit einem Start zu warten, bis weitere Änderungen am Außentank vollzogen seien. Die Entscheidung für einen Flug traf dann NASA-Direktor Michael Griffin. «Unsere Abteilungen haben das Recht und die Pflicht, uns genau zu sagen, was sie denken», erklärte er. «Aber all das sind nur Empfehlungen.» Für die sieben Astronauten bedeute die Entscheidung keine Gefahr. Schließlich habe die NASA neue Inspektions- und Reparaturmethoden für die Zeit im All entwickelt, und als letzte Rettungsmöglichkeit stehe den Astronauten die Internationale Raumstation (ISS) zur Verfügung.
Beim letzten «Discovery»-Start im vergangenen Juli war vom Außentank ein Stück Isolierschaum abgebrochen, die NASA nahm daraufhin aerodynamische Veränderungen an den Tanks vor. Ein Stück abgebrochenen Isolierschaums hatte 2003 einen Flügel der Raumfähre «Columbia» beschädigt, was zum Absturz des Shuttles und zum Tod von sieben Astronauten führte.
Mike Schneider
(AP)
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