Aktuelle Nachrichten – Umwelt
17.05.2008
Berlin – Die weltweite Naturzerstörung kostet die Menschheit jährlich schätzungsweise zwei Billionen Euro. Das geht aus vorläufigen Ergebnissen einer Studie zu den globalen Kosten des Arten- und Lebensraumverlusts hervor, die auf der am Montag beginnenden UN-Artenschutzkonferenz in Bonn vorgestellt werden soll. Das von der EU und Bundesminister Sigmar Gabriel (SPD) initiierte Papier mit dem Titel „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ liegt dem „Spiegel“ in Auszügen vor.
Demnach kostet der Verlust der Biodiversität jährlich sechs Prozent des globalen Bruttosozialprodukts – umgerechnet rund zwei Billionen Euro. „Die Armen der Welt tragen dabei die Hauptlast“, sagte Pavan Sukhdev, Projektleiter der Studie. In den armen Ländern gingen Naturwerte in Höhe der Hälfte ihrer Wirtschaftskraft jährlich verloren, schätzt der Leiter der Abteilung Globale Märkte der Deutschen Bank Indien mit Sitz in Mumbai.
Nach Informationen des „Spiegels“ will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Konferenz ankündigen, dass die Bundesregierung die Mittel für den globalen Waldschutz deutlich aufstocken wird. Als „Messlatte“ gilt regierungsintern die Initiative Norwegens, jährlich 500 Millionen Dollar im Kampf gegen die Zerstörung der Regenwälder zu investieren. Finanziert werden sollen mit dem Geld Großprojekte wie das Vorhaben der Demokratischen Republik Kongo, 14 Millionen Hektar Wald zusätzlich unter Schutz zu stellen. (AP)
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