Aktuelle Nachrichten – Welt
02.05.2011
Foto: AP Photo/Baz Ratner
Jerusalem – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Vorabend des Holocaust-Gedenktages in seinem Land eine Parallele zwischen dem Massenmord der Nationalsozialisten und Gegnern des heutigen Israels gezogen, die mit der Zerstörung des jüdischen Staats drohen. Dies seien der Iran und seine Verbündeten, die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon, sagte Netanjahu am Sonntag in der Gedenkstätte Jad Vaschem.
"Iran bewaffnet sich sogar mit Atomwaffen, um dieses Ziel zu erreichen", fügte er hinzu. Iran weist diesen Vorwurf seit Jahren zurück und betont, es betreibe ein rein ziviles Atomprogramm. Israel unterstützt diplomatische Aktionen und Sanktionen gegen Iran, hat aber die Option eines Militärschlags gegen dessen Atomeinrichtungen nie völlig ausgeschlossen.
Eine wichtige Lehre aus dem Holocaust sei: "Wenn jemand damit droht, uns zu zerstören, dürfen wir das nicht ignorieren", sagte der Ministerpräsident vor Politikern, Diplomaten und Holocaust-Überlebenden in der Gedenkstätte. "Die Drohung gegen unsere Existenz und unsere Zukunft ist nicht theoretisch", erklärte er. "Sie muss gestoppt werden."
Bei der Zeremonie in Jad Vaschem entzündeten zu Beginn des jährlichen Gedenkens sechs Holocaust-Überlebende Fackeln für die sechs Millionen Opfer. Am (morgigen) Montagmittag werden im ganzen Land die Luftschutzsirenen vor zwei Minuten stillen Gedenkens heulen. Im ganzen Land gibt es Veranstaltunge wie beispielsweise "Jede Person hat einen Namen", bei der im israelischen Parlament und anderen öffentlichen Plätzen die Namen von Holocaust-Opfern laut verlesen werden.
(dapd)
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