Clichy-sous-Bois - Trotz massiver Polizeipräsenz ist es in den Pariser Vorstädten am ersten Jahrestag der Unruhen zu mehreren gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. In Blanc Mesnil überfielen Jugendliche zwei Busse und setzten sie Brand. Der öffentliche Nahverkehr im Département Seine-Saint-Denis wurde daraufhin bis zum Samstagmorgen eingestellt.
Der erste Bus wurde von zwei Vermummten gestoppt, der zweite kurze Zeit später von vier vermummten Männern. Ein Busfahrer wurde einem Augenzeugen zufolge an seiner Krawatte aus dem Fahrzeug gezogen. Ein Fahrgast wurde geschlagen und die Stufen hinabgestoßen. Die beiden Fahrzeuge brannten völlig aus.
In der Vorstadt Montfermeil gab es am späten Freitagabend eine Razzia in einer Wohnsiedlung, an der zahlreiche Bereitschaftspolizisten beteiligt waren. Ein Beamter sagte, der Polizeieinsatz richte sich gegen Jugendliche, die Straßenlampen zerstört und Autos in Brand gesetzt hätten. Bereits in der Nacht zum Freitag wurden im ganzen Land 100 Autos in Brand gesetzt, davon etwa die Hälfte im Großraum Paris.
Blanc Mesnil liegt ebenso wie Montfermeil in der Nähe von Clichy-sous-Bois im Norden von Paris. Dort kamen vor einem Jahr zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei ums Leben. Danach begannen wochenlange Unruhen, die auch auf andere französische Großstädte übergriffen. Dabei gingen in jeder Nacht bis zu 1.400 Autos in Flammen auf.
Am ersten Jahrestag der Vorstadtunruhen waren im ganzen Land 4.000 zusätzliche Polizisten im Einsatz. Allein im Großraum Paris wurden 500 zusätzliche Bereitschaftspolizisten aufgeboten.
(AP)