Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
29.02.2012
Foto: AP Photo/Michael Sohn
Leverkusen – Der Chemie- und Pharma-Konzern Bayer will mit neuen Medikamenten gegen Schlaganfall, Krebs und Augenkrankheiten seiner zuletzt stagnierenden Pharma-Sparte neuen Schwung geben. Konzern-Chef Marijn Dekkers sagte bei der Präsentation der Konzern-Bilanz 2011 in Leverkusen, Bayer habe vier Medikamente mit Blockbuster-Potenzial in der fortgeschrittenen Entwicklung.
Jedes dieser Medikamente könne einen Spitzenumsatz von einer Milliarde Euro pro Jahr und mehr erwirtschaften. Dies könne dabei helfen, Bayer wieder unter die Top-Ten der weltweiten Pharma-Hersteller zurückzuführen, sagte der Manager. Besonders groß sind die Erwartungen beim Anti-Schlaganfall-Präparat Xarelto, dem Bayer sogar allein ein Umsatzpotenzial von über zwei Milliarden Euro zutraut.
Die Vermarktung der neuen Pharma-Produkte habe 2012 in der Gesundheitssparte absolute Priorität, sagte Dekkers. Schon ab 2013 sollen sie spürbar zur erwarteten Umsatz- und Ergebnisverbesserung beitragen.
Die Bayer-Pharma-Sparte könnte frischen Wind allerdings auch gebrauchen. 2011 stagnierten ihr Umsätze bei knapp einer Milliarde Euro. Vor allem die Gesundheitsreformen in vielen Ländern und die wachsende Konkurrenz billiger Generika machten der Sparte zu schaffen.
Doch auch ohne den Rückenwind durch die neuen Hoffnungsträger erzielte Bayer im ersten vollen Jahr unter der Leitung des neuen Konzern-Chefs Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn. Der Leverkusener Konzern steigerte den Umsatz 2011 um 4,1 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 52 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro. Das Konzern-Ergebnis erhöhte sich dank deutlich geringerer Sonderaufwendungen sogar um 90 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.
Vor allem die Pflanzenschutzsparte CropScience und die Gesundheitssparte HealthCare konnten ihren Gewinn steigern. Dagegen blieb das Ergebnis der Kunststoffsparte MaterialScience unter den Erwartungen, da die höheren Rohstoffkosten hier nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden konnten.
Fortschritte erzielte Konzern-Chef Dekkers bei seinem Bemühen, den Konzern stärker auf die boomenden Wachstumsmärkte in Asien und Lateinamerika auszurichten. Mit einem Wachstum von währungsbereinigt 9 Prozent trug die Geschäftsentwicklung in den Schwellenländern im vergangenen Jahr überproportional zur Umsatzsteigerung des Konzerns bei.
Auch der sozialverträgliche Abbau von 1.700 Stellen in der Bundesrepublik sei auf gutem Wege, sagte Dekkers. Bis zum Ende dieses Jahres werde das Strukturprogramm, mit dem der Manager den Konzern auf "mehr Innovation, weniger Administration" trimmen will, voraussichtlich abgearbeitet sein.
Für 2012 erwartet Bayer trotz der von Unsicherheiten geprägten konjunkturellen Lage einen weiteren bereinigten Umsatzanstieg um drei Prozent und eine leichte Verbesserung des bereinigten Ergebnisses. "Wir sind ordentlich ins Geschäftsjahr 2012 gestartet", sagte Dekkers. (dapd)
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