Berlin – Eine neue Kampagne für Organspenden ist am Dienstag in Berlin gestartet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung will mit dem Motto "Organpaten werden" die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ist erster "Organpate" auf der Internetseite der Kampagne. Obwohl 75 Prozent der Bevölkerung erklärten, im Fall ihres Todes Organe spenden zu wollen, hätten nur 25 Prozent auch einen Organspende-Ausweis, sagte Rösler.
Der Minister sprach sich gegen eine Änderung der gesetzlichen Regelung aus. Er verwies auf ein seit 2009 laufendes zweijähriges Modellprojekt, bei dem in Krankenhäusern interne Koordinatoren für das Thema Organspende werben. "Davon versprechen wir uns mehr als von einer Änderung der Rechtslage", sagte Rösler. Als positives Beispiel nannte er Spanien, wo Transplantationsbeauftragte an jeder Klinik tätig seien. Dort gibt es laut BZgA je eine Million Einwohner 34 Organspenden, in Deutschland sind es nur 15. Jährlich warten etwa 12.000 Patienten auf eine Organspende, aber nur etwa 4.000 können eine Transplantation erhalten, wie Rösler sagte.
Die Zahl der Menschen, diein Deutschland einen Organspende-Ausweis besitzen, ist seit 2008 von 17 auf 25 Prozent gestiegen. Eine repräsentative Befragung im Auftrag der Bundeszentrale hat außerdem ergeben, dass sich 74 Prozent, das sind sieben Prozent mehr als 2008, zur Organspende bereit erklären. Nach Einschätzung des Ministers und der BZgA sind das größte Hindernis die Ängste die Menschen vor dem Thema Sterben und Tod.
Die "Organpaten"-Aktion sollen dem entgegenwirken. Sie besteht unter anderem aus einer Informationstour quer durch Deutschland. In Einkaufszentren und bei Großveranstaltungen wie dem Evangelischen Kirchentag können sich Interessierte an elektronischen und mechanischen Informationsmodulen interaktiv mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. (dapd)
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