Aktuelle Nachrichten Europa – Neuer Krankenhaus-Skandal erschüttert Italien – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Neuer Krankenhaus-Skandal erschüttert Italien

DAPD

05.05.2007

Dr. Cosimo Turi, Gesundheitsdirektor des Castellaneta-Krankenhauses spricht zu den Medien. (AP Photo/Donato Fasano)
Dr. Cosimo Turi, Gesundheitsdirektor des Castellaneta-Krankenhauses spricht zu den Medien. (AP Photo/Donato Fasano)

Rom – Italien wird von einem neuen Krankenhaus-Skandal erschüttert: In einer Klinik in Taranto in Apulien sind bis zu acht Patienten an einer Stickstoff-Vergiftung gestorben. Eine 73 Jahre alte Frau starb, nachdem ihr offenbar anstelle von belebendem Sauerstoff ein Narkosemittel verabreicht worden war, wie Ärzte am Samstag mitteilten. Die acht Todesfälle ereigneten sich auf der Intensivstation des Castellaneta-Krankenhauses, die erst am 20. April eröffnet wurde. Seitdem wurden dort insgesamt 21 Patienten behandelt.

Möglicherweise seien die Schläuche für Sauerstoff und Stickstoff vertauscht worden, sagte der Gesundheitsdirektor der Klinik, Cosimo Turi, dem Fernsehsender Sky TG24. Die Ärzte seien nach dem Tod der 73-jährigen Frau am Freitag auf das Problem aufmerksam geworden. Die Patientin sollte wegen leichter Herzrhythmusstörungen mit Sauerstoff versorgt werden, wie Turi erklärte. Nach Verabreichung des Gases hätten sich ihre Atembeschwerden jedoch weiter verschlimmert, und die Frau sei gestorben.

Die Schläuche seien offenbar nicht absichtlich vertauscht worden, sagte Turi der Nachrichtenagentur ANSA. Der Leiter der örtlichen Gesundheitsbehörden, Marco Urago, sprach laut ANSA von einem Herstellerfehler.

Ob die übrigen sieben Todesfälle in den vergangenen zwei Wochen auf denselben Fehler zurückzuführen seien, sei noch nicht klar, sagte Turi. Der leitende Herzspezialist des Krankenhauses, Antonio Scarcia, wurde in mehreren Zeitungen mit den Worten zitiert, unter den sieben seien ältere Patienten mit ernsteren Herzproblemen gewesen, und man gehe von natürlichen Todesfällen aus.

Gesundheitsministerin Livia Turco ordnete Ermittlungen bei der Firma an, die die Schläuche installiert hatte. Auch in anderen Kliniken, die Geräte des Unternehmens benutzen, sollte es Untersuchungen geben. Staatsanwalt Mario Barruffa erklärte laut ANSA, er ermittle wegen möglicher fahrlässiger Tötung. (AP)

 

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