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Neues Gutachten zu Frühchen-Tod gibt der Gesundheitsbehörde eine Mitschuld

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12.09.2012

Neues Gutachten zu Frühchen-Tod gibt der Gesundheitsbehörde eine Mitschuld Foto: dapd/Joerg Sarbach
Neues Gutachten zu Frühchen-Tod gibt der Gesundheitsbehörde eine Mitschuld

Foto: dapd/Joerg Sarbach

Bremen – Wirbel um ein neues Gutachten zum Tod mehrerer Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte (KBM): Demnach haben nicht nur das Krankenhaus und der Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo), sondern auch die senatorische Gesundheitsbehörde "in mehrfacher Hinsicht ihre Sorgfalt verletzt". Die CDU-Fraktion forderte nach Bekanntwerden des in Auftrag der Staatsanwaltschaft erstellten Gutachtens die Fortsetzung der Beweisaufnahme des Untersuchungsausschusses. Auf Antrag der CDU wird das parlamentarische Gremium am Donnerstag (13. September, 13.00 Uhr) zu einer nichtöffentlichen Sondersitzung zusammenkommen, wie Ausschuss-Vorsitzende Antje Grotheer sagte.

Das Gutachten rücke bisherige Erkenntnisse über die Ursachen des Keimskandals in ein neues Licht, sagte CDU-Gesundheitsexperte Rainer Bensch. "Überraschend deutlich gibt der Autor der Gesundheitsbehörde eine Mitschuld am Keimausbruch und am Tod der infizierten Frühchen", betonte er. Es sei unerlässlich, dass der Sachverständige vor dem Untersuchungsausschuss aussage. Auch die Senatorin und ihr Staatsrat müssten erneut angehört werden.

In dem Gutachten des Krankenhaushygienikers Walter Popp heißt es: "Insgesamt sind sicher die größten und vielfältigsten Sorgfaltspflichtverletzungen bei der senatorischen Behörde und den Geschäftsführungen von GeNo und KBM zu sehen, gefolgt von der Mikrobiologie, die als erste hätte den Ausbruch erkennen müssen." Die Staatsanwaltschaft wollte sich zum Gutachten nicht äußern. Es werde derzeit in Ruhe ausgewertet, sagte Staatsanwalt Frank Passade.

In der letzten öffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses im Juli hatte Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) jede Verantwortung für den Hygieneskandal am Klinikum Bremen-Mitte abgelehnt. Drei Frühgeborene waren 2011 gestorben, mehr als zwei Dutzend Babys erkrankten. Auch nach dem Umbau und einer umfangreichen Desinfektion der Frühchenstation war der gefährliche Darmkeim überraschend wieder aufgetaucht.

Seitdem ist die Station ebenso wie die Geburtshilfe am Klinikum geschlossen. Mehrere Gutachter bescheinigten dem Klinikum eklatante Hygiene- und Reinigungsdefizite. Ursprünglich war demnächst der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses erwartet worden.

dapd

 

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