Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
04.05.2011
Hannover – Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat ein weltweit neuartiges Implantat für schwerhörige Patienten mit Schäden im Mittelohr erfolgreich getestet. Die Universitätsklinik präsentierte am Mittwoch den ersten Patienten, der durch das Gerät aus einem Mittelohrimplantat und einem außen sitzenden Sprachprozessor wieder richtig hören kann. Das "Direct Acoustic Cochlear Simulator" oder DACS genannte Gerät sei bislang 13 Patienten implantiert worden und habe sich als wirksam erwiesen, sagte eine MHH-Sprecherin.
Nach Angaben der Hochschule erzeugt das von dem Sprachprozessor gesteuerte Implantat in der Innenohrflüssigkeit Schallwellen. Es sei für Patienten gedacht, die an einer kombinierten Schwerhörigkeit mit Schäden an den Gehörknöchelchen im Mittelohr und Beeinträchtigungen des Innenohrs litten. Diesen Patienten könne ein normales Hörgerät nicht helfen, da bei ihnen der vom Gerät verstärkte Schall im Mittelohr schlecht weitergeleitet werde, sagte die Sprecherin weiter.
Das DACS-Implantat wird über einen kleinen Schnitt hinter dem Ohr eingeführt. Da es im Innenohr Schallwellen erzeuge und nicht wie das erprobte Cochlea-Implantat das Innenohr elektronisch reize, könnten die Patienten sofort nach dem Einsetzen gut hören und müssten die Hörfähigkeit nicht erst wieder erlernen, sagte die Sprecherin weiter. Das DACS sei für Patienten gedacht, deren Hörfähigkeit für ein Cochlea-Implantat noch zu gut sei.
Nach Angaben der Sprecherin befindet sich das neue Implantat derzeit noch in der klinischen Erprobung. Die Entwicklung des DACS sei von zwei Unternehmen mit 50 Millionen Euro gefördert worden, sagte sie.
(dapd)
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